Endlich ist der Schuster wieder bei seinen Leisten. Nach einem Ausflug ins Kino, der vom angepeilten Publikum weitgehend ignoriert wurde, produziert das Team der Kinder-Wissenssendung "Löwenzahn" wieder neue Folgen fürs Fernsehen. In der alten Malzfabrik in Schöneberg wurden gestern Szenen für die Folge "Echsen: Die Spur der Saurier" gedreht. In der entdeckt der von Guido Hammesfahr gespielte Fritz Fuchs, der vor fünf Jahren den legendären "Löwenzahn"-Onkel Peter Lustig (kein Künstlername!) ablöste, in seinem Garten eine Echse. Auf der Suche nach dem Besitzer entdecken Fuchs und sein Hund Keks einen Tierschmuggler. Diese Rolle übernahm André Hennicke, der sich damit in eine respektable Gesellschaft begab, denn Episodenrollen spielen bei "Löwenzahn" oft richtig gute Schauspieler. In der mit den Echsen, die zur 31. Staffel der Sendereihe gehört, die seit 1981 produziert wird, ist auch Oliver Korittke dabei. Er spielt den Echsen-Experten Johnny Dschungel. Und kehrt damit an die Wurzeln seiner Fernsehkarriere zurück, denn Kinderfernsehen hat er auch schon als Vierjähriger gemacht: "1972 habe ich in Folge 83 der Sesamstraße meine erste Filmrolle gespielt." Für Kinder, so seine Erfahrung, muss man besonders präzise spielen: "Da muss man so sprechen, dass sie alles verstehen können." Korittke wird im Kino demnächst in "Sommer in Orange" zu sehen sein und hat gerade zwei neue Folgen der Krimiserie "Wilsberg" gedreht.Etwa 80 Prozent der Rollen von André Hennicke sind Bösewichte: "Das sind die besonders dankbaren Aufgaben. Wenn man eigentlich ein friedfertiger und langweiliger Mensch ist, kann man sich auf diese Weise gut austoben." Die "Löwenzahn"-Folge, in der er abwechselnd mit einem echten Waran und mit einer sehr guten Nachbildung hantiert, ist seine erste Arbeit für Kinder. Aber nicht die letzte: "Ich drehe jetzt auch ein Weihnachtsmärchen für das ZDF, in dem ich einen bösen Ritter spiele. Deshalb auch dieser Bart."In diesem Jahr hat Guido Hammesfahr sein fünfjähriges Jubiläum bei "Löwenzahn", ans Aufhören denkt er noch längst nicht: "Auf meine 100. Folge im nächsten Jahr freue ich mich schon sehr. Und schon in der Schule war ich eher ein Langstreckenläufer." In seiner Zeit als Nachfolger von Peter Lustig hat Hammesfahr einiges erlebt: "Ich stand schon inmitten von zigtausend Hühnern und wurde einmal mit dem Hubschrauber zur Arbeit geflogen."Der "Löwenzahn"-Kinofilm, der in neun Wochen nur knapp 80000 Zuschauer erreichte, ist wahrscheinlich daran gescheitert, dass er streckenweise zu spannend und düster war. Für die richtig kleinen Kinder war das noch nichts, und die älteren finden "Löwenzahn" wohl uncool. Zumindest so lange, bis sie eigene Kinder haben und über jede halbe Stunde TV froh sind, die nicht dümmer, sondern klüger macht.------------------------------Foto: Echsenexperten: "Löwenzahn"-Moderator Guido Hammesfahr (l.) und Oliver Korittke.Foto: War über 25 Jahre das Gesicht von "Löwenzahn": Peter Lustig.Foto: Lacht, aber spielt den Bösewicht: Schauspieler Andre Hennicke.