Der brandneue Computer steht unter dem Schreibtisch und arbeitet hervorragend. Aber wohin mit dem alten Gerät, das ausgedient hat und nicht mehr benötigt wird? Es im Hausmüll zu entsorgen ist nicht nur falsch, sondern auch illegal: Gemäß dem Elektrogesetz von 2006 sind stillgelegte Elektro- und Elektronikgeräte bei den kommunalen Sammelstellen (kostenlos) abzugeben.Auch Fachhändler bieten mittlerweile einen Rücknahmeservice für Altgeräte an. So kann beim Kauf eines neuen Rechners der alte im Geschäft gelassen oder bei Lieferung des neuen PCs mitgegeben werden. Der Verkäufer des Vorgängermodells ist zur Rücknahme sogar gesetzlich verpflichtet. Alternativ können ausgemusterte Computer in speziellen Entsorgungs- und Verwertungsanlagen zur direkten Demontage gebracht werden, um verwendete Wertstoffe rückzugewinnen. Die Listen mit den Adressen der Anlagen bzw. der Sammelstellen in Berlin hat die zuständige Senatsverwaltung auf www.berlin.de/sen/umwelt/abfallwirtschaft unter "Elektroschrott" veröffentlicht.Das Entsorgen des Rechners ist nur eine Möglichkeit, sich von ihm zu trennen. Eine weitere, unter Umständen lukrative Option ist es, den ausrangierten PC etwa über ein Zeitungsinserat oder eines der zahlreichen Kleinanzeigen-Portale im Web zum Verkauf anzubieten. Dagegen spricht allerdings, dass die Chancen, überholte Hardware an den Mann zu bringen, wohl eher gering sind. Hier ist es wichtig, detaillierte Angaben zu den verbauten Komponenten zu machen, in der Hoffnung, dass ein Nostalgiker die Annonce liest, der für seine Sammlung oder sein -für Dritte vielleicht antiquiertes -System, mindestens ein Bauteil benötigt. Oder Sie versteigern das Gerät im Internet. Auch hier gibt es allerdings einen Pferdefuß: Da der Versand eines Rechners verhältnismäßig umständlich ist, macht es Sinn, ihn lediglich für Selbstabholer zu offerieren. Vielleicht versuchen Sie es besser auf Flohmärkten und Computerbörsen wie der Berliner ComBär (www.combaer.de), die das nächste Mal am 5. und 6. Februar im Lakeside Convention Center (Wilkestr.1-5, Tegel) stattfindet.Wer anderen mit seinem alten PC eine Freude machen will, kann einen weiteren Weg gehen, nämlich das Gerät einfach verschenken. Selbst die simpelsten Rechner eignen sich in der Regel zumindest noch als elektronische Schreibmaschine oder digitales Zeichenbrett. Manche User verlangen gar nicht mehr. Interessenten finden sich vielleicht im Bekanntenkreis, ganz sicher aber nehmen soziale Einrichtungen einen funktionierenden Computer gerne an. Sie können ihn als Arbeitsgerät nutzen oder anderen den Umgang mit der Technik beibringen. Rathäuser und Bezirksämter geben die Adressen der Institutionen gerne weiter, die gut erhaltene Hardware suchen. Diese wird dann meist kostenfrei beim Spender abgeholt. Einige in Berlin ansässige Einrichtungen sowie weiterführende Links sind auf der Webseite www.berlin.de/umwelt/aufgaben/abfall-verschenken-statt-wegwerfen.html zusammengefasst. Zu wissen, dass der alte Rechner noch einen guten Dienst leistet, ist dann sicher beim Arbeiten mit dem neuen System ein gutes Gefühl.------------------------------Festplatte löschen nicht vergessenBevor der alte Computer aus der Hand gegeben wird, muss die Festplatte gelöscht werden, damit Dritte nicht an dort gesicherte, private Daten gelangen. Es genügt jedoch nicht, den Speicher zu formatieren. Die vermeintlich entfernten Informationen lassen sich relativ problemlos wiederherstellen. Stattdessen sollten kostenlose Datenvernichter wie WipeDisk (www.gaijin.at/dlwipedisk.php) oder DBAN (www.dban.org) eingesetzt werden, die zuverlässig alle Inhalte ausradieren. Ganz vorsichtige User entmagnetisieren die Festplatte zusätzlich mit einem Elektromagneten.------------------------------Foto: Kein Schrott: In ausgemusterten Computern sind zahlreiche Wertstoffe enthalten, die viel zu schade für den Abfall sind. Sie gehören in Sammelstellen.