Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Volker Wieker, hat eigene Versäumnisse in der Affäre um die Aufklärungsdrohne Euro Hawk eingeräumt. „Natürlich sind bei der Beschaffung Fehler gemacht worden“, sagte Wieker dem Magazin „Spiegel“ laut einer Mitteilung vom Sonntag. „Und natürlich hätte ich zusammen mit anderen früher auf Fehlentwicklungen hinweisen müssen, diesen Schuh muss ich mir anziehen“, fügte er hinzu. Er „trage zusammen mit anderen große Verantwortung für das Euro-Hawk-Projekt“.

Wenn Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) „nun von personellen Konsequenzen“ spreche, „dann gehöre ich natürlich zu dem Kreis derer, die damit gemeint sein könnten“, sagte Wieker weiter. Die Entscheidung habe sich der Minister aber selbst vorbehalten. „Ich bin Soldat, trage es mit Fassung, wir sind nicht unersetzlich“, sagte Wieker.

De Maizière steht nach dem Stopp des Euro-Hawk-Projekts Mitte Mai zunehmend unter Druck. Derzeit konzentriert sich die Diskussion um seine Verantwortung auf die Frage, wann der Minister von welchem Ausmaß der Probleme mit der Aufklärungsdrohne wusste. (AFP)