BERLIN/DÜSSELDORF, 14. Januar. In Berlin sind am Donnerstag Geschäftsräume dreier Firmen und einer Anwaltskanzlei durchsucht worden. Die Aktion erfolgte auf Antrag eines Untersuchungsausschusses des nordrhein-westfälischen Landtags, der sich mit dem Subventionsskandal um das Filmtechnologiezentrum "High Definition Oberhausen" (HDO) befaßt. Bei der Aktion wurden rund 200 Aktenordner beschlagnahmt.Durchsucht wurden unter anderem Büros zweier Unternehmen der Firmengruppe "Elektronische Mediengesellschaft" (EMG). Die EMG war 1990 mit Geldern der PDS gegründet und drei Jahre später von der Unabhängigen Kommission Parteivermögen an eine englische Fondsgesellschaft verkauft worden. Zwischen 1994 und 1998 agierte das Unternehmen als Hauptgesellschafter der Firma HDA GmbH, die das Oberhausener Trickfilmzentrum betreibt. Vergangenes Jahr meldete die EMG Konkurs an. Aus den beschlagnahmten Unterlagen erhofft sich der Untersuchungsausschuß Erkenntnisse zum Geschäftsgebaren der HDA. Dabei geht es vor allem um die Verwendung der Fördergelder, die vom Düsseldorfer Wirtschaftsministerium in das Projekt flossen.Insgesamt förderte das Land das umstrittene HDO-Projekt zwischen 1992 und 1996 mit 77 Millionen Mark. Der Verbleib von über einem Drittel der Summe, rund 26,7 Millionen Mark, ist bis jetzt aber nicht abschließend geklärt. Das geht aus der "Berliner Zeitung" vorliegenden Berichten zweier Wirtschaftsprüfungsgesellschaften über die "Verwendung der Investitionszuschüsse für das Projekt HDO" hervor.Den Berichten zufolge wurde insbesondere der Wert des von der Philips Elektronik Projekte GmbH einer Tochter des holländischen Elektronikkonzerns Philips errichteten HDO-Gebäudes in Oberhausen deutlich zu hoch abgerechnet. Zwei Gutachten zufolge liegt der Verkehrswert um 18,8 Millionen Mark unter dem von Philips in Rechnung gestellten Betrag. Als nicht förderfähige Investitionen stellen die Wirtschaftsprüfer unter anderem auch von Philips kassierte Zuschläge in Höhe von 4,8 Millionen Mark und abgerechnete Kosten für das Projektmanagement von rund 2,2 Millionen Mark fest. Streitig ist zudem ein Beratervertrag der HDA mit einer Firma aus der EMG-Gruppe, für den fünf Millionen Mark in Rechnung gestellt wurden.Im Düsseldorfer Wirtschaftsministerium wird derzeit geprüft, ob ein Teil der Fördergelder für das HDO-Projekt vom holländischen Elektronikkonzern Philips zurückgefordert werden kann.