Krippo ist Polizist und ein Mensch wie Du und ich. So steht es im hochglänzenden Presseheft von "Happy Weekend", dem ersten Kinofilm des 31jährigen Filmstudenten Ed Herzog. Sein Jedermann-Polizist Krippo verrichtet den Dienst vorschriftsmäßig unauffällig. Die Neigung für Swingerparties und Sex mit Paaren lebt er vor und nach dem Schichtdienst aus.Auch seinen aus dem Altersheim an ihn überwiesenen Großvater, einen passionierten Holzpenisschnitzer mit Vorliebe für obeliskartige Organe, erduldet er tapfer. Sparsam und eigensinnig schont er gar die Staatskasse und bastelt sich sein Revolverhalfter selbst - aus einer ausrangierten Sandale. Daß solch ein Mann mit der Hierarchie eines Beamtenapparates aneinandergerät und schließlich in die Therapiegruppe der Polizeipsychologin Dr. Sussmeit als "Versager in Uniform" zum Nachsitzen kommt, kann nicht an ihm liegen.Keine Milieustudie, nein, eine unerbittlich menschenfreundliche oft auch unerbittlich witzige Parodie auf das ansonsten eher bierernst und schwerbewaffnete Cop-Genre hat Ed Herzog da vorgelegt. "Happy Weekend" ist für ihn der Versuch, "etwas Eigenes" in der deutschen Lachlandschaft zu etablieren. Als passenden Darsteller entdeckten Herzog und sein Koautor Rainer Knepperges Erik Goertz, einen gemeinsamen Freund, Judolehrer und Japanologiestudent, der eines Tages mit der Lederjacke seines Vaters daherkam. Sofort war man sich einig: Die Jacke, uniformartig und bieder, empfahl den Träger als einzig denkbaren Krippo.Doch bereits beim Verfassen des Drehbuches spürten die Autoren, daß ihr Humor sich nicht jedem mitteilte. Den Lektoren der Produktionsfirma war völlig fremd, was sie da zu lesen bekamen. Eine Swingerparty, Latexfetischisten, ein penisschnitzender Opa. Nach und nach erst verstanden die Fachleute den eigentümlichen "Charme" des Herzog'schen Humors. Nun hofft man bei Senator, daß möglichst viele Zuschauer den auch verstehen. +++