Eduard Vermander leitet den Berliner Verfassungsschutz

Der Neue kennt sich in Berlin bestens aus: Eduard Vermander, künftiger Chef des Berliner Landesamtes für Verfassungsschutz, wurde am 27. Juni 1937 in Charlottenburg geboren, wuchs an der Wilhelmstraße auf, besuchte das Graue Kloster und das Goethe-Gymnasium in Wilmersdorf und studierte Jura an der Freien Universität. Nach dem erfolgreichen Staatsexamen wechselte er nach Tübingen, promovierte dort und blieb schließlich ganz in Baden-Württemberg hängen. Den Kontakt nach Berlin hat er aber nie abreißen lassen.Vermander kennt auch sein neues Aufgabengebiet bis ins Detail. Nach seiner Tätigkeit als Staatsanwalt war er nämlich sieben Jahre lang beim Landeskriminalamt Baden-Württemberg tätig, von 1977 bis 1987 Polizeispräsident - erst in Karlsruhe, dann in Stuttgart - und danach Präsident des baden-württembergischen Landesamtes für Verfassungsschutz. Der Wechsel nach Berlin fällt dem zweifachen Familienvater nicht schwer. Obwohl seine Ehefrau aus beruflichen Gründen erst einmal in Stuttgart bleibt. Aber zum einen reizt ihn die Aufgabe, in der bundesdeutschen Hauptstadt den Verfassungsschutz zu leiten, zum anderen gibt's in Berlin mehr Geld (rund 11 400 Mark monatlich). "Ich habe immer gesagt, die Zukunft gehört Berlin", betont der 58jährige.Der schlechte Ruf der Berliner Verfassungsschützer, die zuletzt wegen der Pannen beim "Mykonos-Anschlag" kritisiert wurden, schreckt Vermander nicht. "Intern gibt es gar nicht so viel Kritik, die Berliner Kollegen haben auch gute, solide Arbeit geleistet", meint er. Eins aber hat sich Vermander fest vorgenommen: mehr Transparenz. "Die Operationen müssen geheim sein, aber die Arbeitsergebnisse müssen wir öffentlich machen." Im Schwaben-Land habe er damit beispielsweise beim Umgang mit den Republikanern gute Erfahrungen gemacht.Die Berliner Politiker jedenfalls setzen große Hoffnungen auf den neuen Amtschef. "Es war nicht leicht, einen guten Mann zu finden, jetzt haben wir ihn", sagte der Chef der Senatskanzlei, Volker Kähne, nach der gestrigen Ernennung. Ab 1. August muß Vermander zeigen, was in ihm steckt.Christine Richter