WESTERLAND - Gute Güte, jetzt fangen die beiden richtig an zu schimpfen. „Was für ein Gesabbel!“, brummelt ein älterer Mann mit Bart hinten im Publikum. „Was redet die denn da? Die hat doch keine Ahnung!“, ärgert sich eine elegante Frau mit vielen Ringen und schweren Armbändern rechts neben ihm. Sie regt sich erkennbar auf, kommt aus dem Stuhl hoch, lässt Dampf ab: „Phrasen sind das doch. Lauter Phrasen.“

Nicht nur diese beiden Herrschaften sind an diesem Abend wenig einverstanden mit dem, was die Dame im altrosafarbenen Blazer von sich gibt vorne im Kongresszentrum auf der Nordseeinsel Sylt. Über achthundert neugierige und völlig politikunverdrossene Insulaner sind gekommen. Bürgerversammlung, ganz großes Gedränge. Natürlich sind sie nicht nur erschienen, um die Dame zu sehen und zu hören, sondern auch die fünf Herren neben ihr, die ebenfalls Bürgermeister von Sylt werden wollen bei der Wahl am 14. Dezember. Die Kandidaten sind allesamt sehr aufgeregt. Sie sollen dem Inselvolk nämlich erklären, warum und wozu und, vor allem, weshalb ausgerechnet sie besser als jeder andere Bewerber für das Amt geeignet sind.

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