Ehemalige Mitglieder des Vereins "Hunde in Not" erheben schwere Vorwürfe gegen den Vorstand. Mehr als ein Dutzend Vierbeiner sollen aus einem polnischen Tierheim in Gorzow illegal über die Grenze nach Deutschland transportiert und anschließend an Berliner Familien vermittelt worden sein.Die 31jährige Spandauerin Martina Bendt hat entsprechende Vorwürfe erhoben. Sie beruft sich auf Aussagen des ehemaligen Vorstandsmitgliedes Günter Alm, den der Verein wie Martina Bendt vor kurzem ausgeschlossen hat. In einem Rundschreiben hatte er seinen vorherigen Rücktritt damit erklärt, daß sich "die Verbindung von Polen nach Deutschland" nach genauer Analyse als Vorgang entpuppt habe, "der bei nicht ordnungsgemäßer Anmeldung und Durchführung ein Vollvergehen darstellt" und "gegen das deutsche Seuchengesetz" verstoße. Martina Bendt berichtet ferner, daß die Hunde mit "Blanko-Impfbüchern" eingeführt worden sein sollen. Zollamt eingeschaltetEinige der Vierbeiner seien an der Staupe gestorben, erzählt die 31jährige Immobilien-Händlerin weiter. Günter Alm schaltete den deutschen Zoll in Küstrin ein. Der dortige Amtsvorsteher bestätigte gestern auf Nachfrage der Spandau-Rundschau, daß den Ermittlern ein von Alm angefertigtes Video-Band mit Aufnahmen von dem polnischen Tierheim sowie Unterlagen vorliegen, die den Hundetransfer dokumentieren. Es gebe Hinweise, daß Tierärzte falsche Dokumente ausgestellt hätten. Günter Alm selbst war gestern bis Redaktionsschluß nicht zu erreichen.Für die Einfuhr eines Hundes nach Deutschland ist nach Auskunft Elke Edners vom Veterinäramt Spandau ein Schutz gegen Tollwut erforderlich. Aus dem Dokument müsse hervorgehen, daß die Impfung spätestens 30 Tage vor der Einreise vorgenommen wurde. Das Impfdatum dürfe nicht älter als ein Jahr alt sein."Hunde in Not" wurde erst im Oktober vergangenen Jahres gegründet - anfangs zählte der Verein rund 20 Mitglieder, heute schon 100. Sie verstehen ihre Aufgabe darin, notleidende Tiere in Pflege zu nehmen, ärztlich betreuen zu lassen und in hundefreundlichen Familien unterzubringen. Auch für die nötige Ausrüstung wird gesorgt. Pro Vermittlung kassiert der Verein 230 Mark.Vorstandsmitglied Martina Wolff bestritt gestern die Vorwürfe gegen ihren Verein. "Wir haben 14 Hunde aus Polen nach Deutschland gebracht", so Martina Wolff. Die Einfuhr der Tiere sei jedoch völlig legal erfolgt. Gegenseitige DrohungenSie sei bereits mehrmals von unzufriedenen und ehemaligen Vereinsmitgliedern bedroht worden - aber auch ihre Kontrahentin Martina Bendt berichtet von "Psychoterror". Sie fordert einen neuen Vorstand. Gegen ihren Ausschluß will sie juristisch vorgehen. +++