WIESENAU. Das einstöckige Einfamilienhaus an der Bundesstraße 112 in Wiesenau (Oder-Spree) ist nur noch eine Ruine. Das Gebäude droht einzustürzen. Trümmer liegen im weiten Umkreis herum. Die Bewohner des zerstörten Hauses, Doris und Peter B., liegen in Krankenhäusern. Die 50 Jahre alten Eheleute haben die Gasexplosion in ihrem Haus schwer verletzt überlebt.Am späten Donnerstagnachmittag zerriss ein Knall die Stille in dem rund 1 500 Einwohner zählenden Ort nahe der polnischen Grenze. Als Waltraud Otto und ihr Mann nachschauten, sahen sie das völlig zerstörte Haus ihrer Nachbarn. "Doris und Peter kamen noch aus ihrem Haus gerannt", sagte Waltraud Otto am Freitag. Die Kleider von Doris B. brannten, ihre Haare waren versengt. "Es war furchtbar. Doris hat sich in den Schnee geworfen und darin gewälzt, um die Flammen zu ersticken", sagt Waltraud Otto. Sie und ihr Mann eilten zu Hilfe, brachten die Verletzten zu sich ins Haus und alarmierten die Feuerwehr. Doris B. wurde wenig später mit einem Rettungshubschrauber ins Brandverletztenzentrum des Unfallkrankenhauses Berlin (UKB) geflogen. Ihr Zustand ist kritisch. 26 Prozent ihrer Haut seien verbrannt, hieß es. Doris B. liege im künstlichen Koma. "Mehrere Operationen zur Hauttransplantation sind nötig", sagte UKB-Sprecherin Katrin Hölscher.Peter B. kam ins Krankenhaus Eisenhüttenstadt. Er ist bereits wieder ansprechbar. "Es geht ihm den Umständen entsprechend gut", sagte Martin Fürstenberg, der ärztliche Leiter. Peter B. habe bereits Besuch von seinen beiden Töchtern erhalten.Die Ursache des Unglücks ist noch unklar. Fest steht, dass Bewohner der Hauptstraße bereits am Mittwoch Gas in ihren Häusern gerochen und den Gasversorger EWE informiert hatten. "Drei Häuser wurden daraufhin evakuiert, darunter auch das von Doris und Peter B.", sagte Polizeisprecherin Maren Cordts. Messungen hätten ergeben, dass am Haus der Eheleute Gas austrat. "Die Leitung wurde außerhalb des Hauses repariert. Dann konnten alle Bewohner wieder in ihre Wohnungen zurück", sagte Maren Cordts. Das sei am Mittwoch gegen 20 Uhr gewesen. Zur Explosion sagte die Polizeisprecherin: "Nach ersten Erkenntnissen hat sich Gas im Wohnbereich des Hauses angesammelt." Anhaltspunkte darüber, wie sich das Gas entzündete, gebe es noch nicht. Es sei nicht an der Leitung manipuliert worden.Nach EWE-Angaben wurde am Mittwoch ein defektes Verbindungsstück repariert, das vom Hauptstrang zu einer Leitung in einer Seitenstraße führte. Nach der Reparatur sei regelmäßig an mehreren Bodenstellen, in den umliegenden Häusern und in den Wasserleitungsschächten gemessen worden, ob noch Erdgas austrete. "Zuletzt wurde am Donnerstag um 14 Uhr gemessen. Alles war in Ordnung", sagte ein EWE-Sprecher.Doris B. arbeitet bei der Bahn, ihr Ehemann beim Stromversorger Edis. Sie haben zwei erwachsene Töchter, die nicht mehr bei ihnen leben. "Das Ehepaar wollte in zwei Wochen silberne Hochzeit feiern", sagte Eberhard Poy, der stellvertretende Bürgermeister von Wiesenau und zugleich Kollege von Peter B.Glück im Unglück hatte die ältere Schwester von Doris B. Sie war am Donnerstag zu Besuch in Wiesenau und hatte das Haus ihrer Verwandten nur wenige Minuten vor der Explosion verlassen.------------------------------"Das Ehepaar wollte in zwei Wochen silberne Hochzeit feiern."Eberhard Poy, stellv. Bürgermeister------------------------------Foto : Das zerstörte Einfamilienhaus an der Bundesstraße 112 in Wiesenau. Noch wird geprüft, wie es zur Gasexplosion kam.