ANKE WESTPHAL über "Monthy Python: Almost the Truth", "Papst Johanna" und "Sherlock Holmes"Man denkt ja immer, nur man selbst hätte es schwer. Das ist natürlich ein phänomenaler Irrtum. Nehmen wir nur John Cleese: Dem Mann blieb gar nichts anderes übrig als Komiker zu werden, bei dem Geburtsnamen. Denn eigentlich heißt er John Cheese - jawohl: Johann Käse. Sein Vater fand diesen Nachnamen indes so unerträglich spottgeeignet, dass er einen Buchstaben austauschte. So erzählt es John Cleese (dieser Nachname bedeutet rein gar nichts) in einem der "exklusiven" und "brandneuen" (O-Ton) Interviews der DVD-Edition "Monthy Python: Almost the Truth". Einvernommen wurden hier die fünf noch lebenden Pythons; verstorbene sind würdig in Archivaufnahmen vertreten. Die drei DVDs bieten indes nicht nur fast die Wahrheit, sondern auch einen ehrenwerten "Lawyer's Cut", wo andere Künstler in ihrer Eitelkeit auf dem albernen "Director's Cut" bestehen. Über allerlei Klatsch hinaus erfährt man hier Interessantes über die Geschichte von Großbritanniens bester Komikertruppe, aber auch über die Dreharbeiten zu Filmen wie "Die Ritter der Kokosnuss", über Zeitumstände und Werdegänge. Terry Gilliam etwa, als gebürtiger US-Amerikaner sozusagen der Ehrenbrite der Truppe, wollte eigentlich Missionar werden. Gut, dass nichts draus wurde.Wer jetzt vor Weihnachten noch ein paar Euros übrig hat, kann sich im Kino gern "Die Päpstin" antun. Er kann es aber auch lassen und statt dessen einen alten Film von Michael Anderson erwerben, in dem das legendenumwobene weibliche Oberhaupt von Gottes allein seligmachender Kirche von Liv Ullmann verkörpert wird. "Papst Johanna" (im Original: "She who would be Pope" oder "Pope Joan") entstand 1972 und verknüpft die historische Handlung mit einer Gegenwartsebene, in der eine durch eine Vergewaltigung schwer traumatisierte, gläubige junge Frau (ebenfalls Ullmann) dem Wahn verfällt, die Päpstin zu sein. Andersons Film mag vielleicht kein Meisterwerk sein, zeigt aber eine ungewöhnliche Variante des Stoffs und vereint exzellente Schauspieler, darunter Maximilian Schell und Olivia De Havilland. Der Soundtrack stammt übrigens von Maurice Jarre.Die Firma Koch Media überrascht immer wieder mit liebevoll edierten Filmen und TV-Serien. Gerade landeten die Staffeln 3 & 4 der britischen Fernsehserie "Sherlock Holmes" mit Jeremy Brett in der Rolle des Ermittlergenies auf dem Tisch. Sie entstanden zwischen 1991 und 1994; die Serie gilt als beste Adaption der Fällte des Meisterdetektivs. Und als wären die herrlich mysteriösen Geschichten von Arthur Conan Doyle nicht schon genug, und als würde man sich zudem nicht mehr als satt sehen an der üppigen Belle Epoque-Inszenierung des Stoffs, gibt es hier auch noch ein Büchlein dazu, in dessen Cover die DVDs eingelegt sind. Es enthält, in gekürzter Fassung und unter dem anspielungsreichen Titel "Das Buch der Fälle / Memoiren des Sherlock Holmes", die Aufzeichnungen des "Holmes"-Produzenten Michael Cox, was hübsche Einblicke gestattet in die Entstehung dieser TV-Serie.Monty Python: Almost the Truth - The Lawyer's Cut, Edel, ca. 23 Euro .Papst Johanna Alive ca 15 Euro.Sherlock Holmes (Staffel 3 & 4), Koch Media, ca. 25 Euro.