"Familie Habakuk und die Ordumok-Gesellschaft" war das erste Buch, mit dem sich Ulrich Karger an junge Leser wandte. Die Geschichte über kurios eskalierende Ordnungswut (nicht nur) im Kinderzimmer fand als "Pflichttext" fand beim letzten Berliner Vorlese-Wettbewerb großen Applaus. Inzwischen erschien ein neues Buch dieses Autors: "Dicke Luft in Halbundhalb". Wieder bezieht er seinen Stoff aus dem Alltag, den er als Vater und Lehrer viel mit Kindern verbringt. Diesmal ist es das "Trödelig"-Sein, dem es gilt, mehr Verständnis entgegenzubringen. Im Dorf Halbundhalb neigen die Bewohner der Abendseite zur gemütlichen Behäbigkeit, während die von der Morgenseite übergenau auf Pünktlichkeit achten.Es dauert deshalb einige Zeit, bis Malte Wolke und Juliane Frischauf ihre gegenseitigen Vorurteile überwinden und sich anfreunden. Als ihnen das schließlich gelingt, spielen jedoch die Erwachsenen verrückt: Sie ziehen mitten durch das Dorf einen Strich, den niemand übertreten darf - auch die Kinder nicht.Da beschließen Malte und Juliane wegzulaufen. Bei der gmeinsamen Suche nach ihren Kindern lernen die Erwachsenen von den zwei verschiedenen Seiten, sich in ihrer Unterschiedlichkeit zu respektieren. Diese Erkenntnis wird zum Schluß durch ein großes Fest besiegelt.Wie schon beim "Ordomuk" baut diese Geschichte auf einen Sprachwitz, der über die Handlung hinaus für Situationsskomik und unerwartete Wendungen sorgt. So gelingt es Karger abermals, ohne den Ballast von Ausrufungszeichen für das Aushalten des oder der anderen zu werben. In großen Schrifttypen gesetzt und ausgestattet mit witzig-pfiffigen Illustrationen von Hans-Günter Döring, werden sich nicht nur Erstleser dieses Buch mit großem Vergnügen und Gewinn aneignen. Ulrich Karger: Dicke Luft in Halbundhalb. Erzählung für Kinder ab 8 Jahre. Illustrationen von Hans-Günter Döring. Boje-Verlag, 80 Seiten, 12,80 Mark. +++