Die Gedichte waren zuerst da, dann entstanden die Bilder von den Fels-türmen im Elbsandsteingebirge. Der aus Pirna stammende, in Berlin lebende Lyriker Ulrich Grasnick, 65, schrieb Verse über den "Fels ohne Eile". Im Rhythmus des Wanderers sind die "Kindheitstürme" beschrieben und als "Permosers Traum" die weißen Sandsteinbrüche von Rathen. Auch Bastei, Barbarine und der hausbergähnliche Lilienstein. Grasnick gönnt dem Leser den Canaletto-Blick über Pirnas Marktplatz, lässt ihn das Ablegen eines Elbdampfers im Frühnebel miterleben und ist sich gewiss: "Ich komme zum Fels,/weiß, er steht dort,/wo ich ihn verließ". Der in Pirna geborene, in Berlin lebende Maler Stefan Friedemann, 40, las die Gedichte und stieg von der Elbe auf zur Bastei, zu den Schrammsteinen mit ihrem Dreifingerturm. Die Formationen im Nebel, das Aufglühen der Steine in der Sonne, das Verschatten und Verdüstern, wenn Wolken den Himmel zuziehen oder die Nacht kommt - alles das haben der Lyriker und der Maler bildhaft gemacht, unpathetisch schön, ein wenig lakonisch, so dass man begreift, dass der Fels ewig ist und man selber vergänglich.U. Grasnick/S. Friedemann: Fels ohne Eile. Lesebühne der Kulturen Karlshorst 2003. Limitierte Auflage. 110 S., 20 Euro, mit Originalgrafik 40 Euro. Bestellen über 5548 7592 oder 4404 3421(Atelier Hartwig).