Axel Herrig ist Opernsänger, Musicalstar und Schauspieler. Dem Berliner Publikum ist er seit seinem großen Erfolg als Falco in dem Musical "FMA - Falco meets Amadeus" bekannt. Axel Herrig steht zur Zeit als Vadas in "Rendezvous nach Ladenschluss" am Theater am Kurfürstendamm auf der Bühne.Herr Herrig, erst einmal ein paar Fragen zu Ihrer aktuellen Rolle: Wie sind Sie dazu gekommen?Ich bin Anfang des letzten Jahres in Franz Wittenbrinks Liederabend "Männer" eingesprungen, der hier am Theater am Kurfürstendamm zu sehen war. Daraufhin bekam ich dann eine Anfrage für "Rendezvous nach Ladenschluss".Hatten Sie bei der Rollengestaltung freie Hand?Der Regisseur hatte durchaus schon ein klares Bild vor Augen, wie der Charakter aussehen sollte, aber er war auch offen für meine Anregungen. Hat die Rolle des Vadas Züge, die Sie auch in sich selbst sehen? Rein äußerlich gibt es vielleicht Ähnlichkeiten. Auch, dass er ein Gentleman ist, ist mir nicht ganz unähnlich. Im Gegensatz zu ihm liegen mir jedoch Intrigen fern.Gibt es eine Rolle, die Sie unbedingt einmal spielen wollen?Eine Traumrolle im Musical wäre für mich der Graf von Krolock in "Tanz der Vampire", da mich der Mythos Vampir immer schon sehr fasziniert hat. Da ich sehr gern fechte, würde es mich auch reizen, mal in einem Mantel- und Degenfilm vor der Kamera zu stehen. Ansonsten würde ich gerne noch einmal den Grafen Almaviva in "Die Hochzeit des Figaro" spielen. Ich habe diese Rolle bereits vor zehn Jahren gespielt und würde sie nun gern noch einmal spielen, um dabei meine Erfahrungen, die ich seitdem gemacht habe, und meine persönliche Entwicklung in die Rolle mit einbringen zu können.Wie sind Sie überhaupt zur Musik gekommen? Stand das von klein auf für Sie fest, dass Sie Sänger und Schauspieler werden wollten?Zur Musik bin ich eigentlich schon als Kind gekommen, außerdem habe ich auch immer schon Schlagzeug gespielt. Neulich bin ich durch Zufall auf einen alten Film gestoßen, da war ich vielleicht vier oder fünf Jahre alt, und auf die Frage, was ich einmal werden möchte, habe ich gesagt: Millionär oder Schlagersänger. Und später war ich dann immer Schülerbands und hatte auch eigene Bands und ich war immer derjenige, der singen musste, weil sich sonst keiner getraut hat. Nach dem Abitur bin ich dann zu einer Gesangslehrerin an die Oper gegangen, und sie meinte, dass ich Talent hätte und an der Musikhochschule vorsingen sollte - drei Monate später war ich angenommen. Ich bin noch vor dem Abschluss der Ausbildung am Theater engagiert worden und seitdem war ich immer im Engagement.Gibt es noch einen Traum, den Sie sich unbedingt erfüllen wollen? Auf oder abseits der Bühne?Ein großer Wunsch von mir wäre es, als unabhängiger Musiker, d. h. nicht in einem vorgegeben Rahmen, wo ich mich an die Vorgaben anderer halten muss, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Im Moment arbeite ich bereits an einem Projekt, etwas im Stil einer Schlagerrevue der 40er-/50er-Jahre. Und natürlich wünsche ich mir auch, dass ich mit dem was ich mache, so erfolgreich bin, dass ich davon leben kann und niemanden fragen muss außer das Publikum.Werfen wir noch einen Blick in die Zukunft: Können Sie etwas über Ihr nächstes Engagement sagen? Ich stehe in Verhandlungen, wieder Falco zu spielen, leider jedoch nicht in Berlin. Die Premiere wird in Mainz stattfinden und später wird das Stück dann auch in München zu sehen sein. Ansonsten habe ich noch ein Projekt mit ehemaligen Kollegen von "FMA", das nennt sich Eighties4ever, und das wollen wir noch zur großen Bühnenshow ausbauen; ansonsten werde ich noch bei vielen Musicalgalas auftreten. Außerdem nehme ich seit einiger Zeit wieder klassischen Gesangsunterricht - immerhin habe ich ja schon vier Jahre nicht mehr als Opernsänger auf der Bühne gestanden. Leider ist es nicht so leicht wieder auf die Opernbühne zu kommen, wenn man in erster Linie als Musicalsänger bekannt ist. Allerdings sehe ich meine Zukunft in allen drei Sparten, also Musical, Theater und Oper. (Anm. d. Red.: Ab Februar 2004 ist die Internetseite www.axel-herrig.de online.)Wird es in näherer Zukunft ein Konzert von "Eighties4ever" geben?Ja, wir werden am 31. Januar 2004 im Quasimodo in der Kantstraße auftreten. Alle weiteren Termine und Informationen gibt es auf unserer Homepage www.eighties4ever.com.Sie sind wohl der einzige Darsteller im Ensemble, der organisierte Fans im Sinne eines Fanclubs hat. Wollen Sie Ihren Fans noch etwas sagen?Ja, unbedingt. Ich freue mich sehr und finde es toll, dass die Fans so viel Engagement zeigen und hoffe natürlich, dass so viele wie möglich kommen werden, um "Rendezvous nach Ladenschluss" zu sehen.Danke für das Gespräch und viel Erfolg für das Stück!Das Gespräch führte Sabine Lang.URAUFFÜHRUNG // Süßer die Glocken Komödie von Stefan Vögel.Regie: Folke Braband, Bühne: Stephan Dietrich, Kostüme: Katharina Beth.Mit Chariklia Baxevanos, Peer Schmidt, Gerit Kling, Christoph Schobesberger, Philipp Sonntag, Dorothea Boettcher, Konstanze Proebster, Alessandro Calabrese sowie Amadeus Braband, Paul-Luca Sachs, Denis Lenk und Matthias Mählenbrook. In der Komödie. En suite bis 29. Februar.DEUTSCHSPRACHIGE ERSTAUFFÜHRUNG Rendezvous nach Ladenschluss Komödie von Miklos Laszlo und Ernst Lubitsch. Deutsch von Frank-Lorenz Engel. Nach dem Stück "Die Parfümerie" von Miklos Laszlo und dem Film "The Shop Around The Corner" von Ernst Lubitsch. Adaption von Evelyne Fallot und Jean-Jacques Zilbermann. Regie: Frank-Lorenz Engel, Bühne: Hans Winkler, Kostüme: Cornelia Nier und Gerhard Kropp. Mit Volker Brandt, Dieter Landuris, Tanja Wedhorn, Axel Herrig, Nela Bartsch, Robert Tillian, Maria Gräfe, Martin Greif und Stefan Rosenthal.Im Theater am Kurfürstendamm.En suite bis 14. März.Kartentelefon: (030) 88 59 11 88 www. komoedie-berlin. de.HANS SCHERHAUFER Axel Herrig in "Rendezvous nach Ladenschluss".