Ihrer guten Laune kann selbst die Kälte nichts anhaben. Im Minirock erscheint Margarethe Schreinemakers im Berliner Schiller Theater, wo sie am Freitag abend live die große ARD-Spenden-Gala "Ein Herz für Kinder" moderieren soll. Denn, so weiß "Deutschlands fröhlichste Arbeitslose" ("Bunte"): "So kurz vor Weihnachten sind die Gefühle mehr tannenzapfenmäßig." Und deswegen nimmt sie nicht mal Geld für ihr Comeback.Oder will sie endlich ihrem Image als geldgierigste aller TV-Talkerinnen entkommen? Am 18. Dezember 1997 verabschiedete sich Schreinemakers nach 20 Jahren Fernsehpräsenz und nervlich ziemlich angegriffen in eine Erholungspause. "Man hätte mir zehn Tattoos einbrennen oder mich in einem Folterkeller stecken können, ich hätte alles nicht gespürt", beschreibt sie anschaulich ihre damalige Verfassung, als sie sich erst im Rahmen eines "geistigen Aussetzers" mit Theo Waigel und Fred Kogel anlegte und anschließend bei RTL rausflog. Inzwischen ist die Selbstdemontage verarbeitet, das Verfahren wegen Steuerhinterziehung eingestellt Margarethe Schreinemakers muß eine ihrer Millionen an eine karitative Einrichtung zahlen. Beim täglichen Jogging (20 km) ist sie Joschka-Fischer auf den Fersen, beim Friseur läßt sie sich nur sporadisch blicken. "Aus einer nicht ganz freiwilligen Zwangspause" wurde so "eine schöne Erholungsphase".Doch nun hat sie wieder Tannenzapfen im Bauch, um es mit ihren Worten auszudrücken zumal ihr der Abstieg im Privatfernsehen kaum geschadet zu haben scheint. Schon bekundet SFB-Fernsehdirektorin Barbara Groth reges Interesse an einem dauerhaften Engagement: "Sollte Frau Schreinemakers winken, sind wir da." Deutet sich da womöglich eine jener berüchtigten, millionenschweren Altersvorsorge-Pläne der ARD an, wie er zuletzt dem Sat 1-Dissidenten Reinhold Beckmann zuteil wurde? "Ich bin ein Kind der ARD", sagt Schreinemakers, allerdings werde es sobald kein Comeback geben. Als "halbwegs bekannte Pappnase" stelle sie sich nun einmalig vor die Kamera, und das soll es dann auch wieder gewesen sein. Oder, wie es SFB-Fernsehdirektorin Barbara Groth salbungsvoll formuliert: "Die Kinder haben sie auf den Bildschirm zurückgerufen."Wem wird da nicht warm ums Herz? Allerdings drängt sich die Frage auf, warum man auf der Suche nach einem kinderlieben Moderator nicht innerhalb der ARD fündig geworden ist. Zwar betont Barbara Groth, Margarethe Schreinemakers sei durch ihr vielfältiges soziales Engagement bestens geeignet, aber natürlich weiß auch die Fernsehdirektorin, daß sich am Freitag viele Zuschauer nicht aus purer Nächstenliebe in die Erste Reihe zappen, sondern einzig, um den magischen Moment zu erleben: die Rückkehr der Schreinemakers."Ein Herz für Kinder", Freitag, 21.15 Uhr, ARD