Als die Bar im Oktober 1992 in der Oranienstraße eröffnete, hatte sie noch keinen Namen. Den erhielt sie von ihren Gästen, und zwar nach einem auffälligen Blechschnabel über der Eingangstür: "Schnabel-Bar". Die Bar ist das erste Unternehmen, in das Britta Baksa-Soos selbst einstieg, und das mit Erfolg: Das Publikum kam in Scharen, und die Medien verwöhnten das Lokal mit Aufmerksamkeit. Das Konzept der Bar war damals eine Neuheit. "Die Schnabel-Bar war die erste Bar der Stadt, in der jeden Abend ein DJ auflegte", sagt Britta Baksa-Soos. Die Musik war zum Zuhören gedacht, doch die Gäste tanzten häufig spontan.Britta Baksa-Soos kennt die Oranienstraße vor allem bei Nacht, zu dieser Zeit hat die Straße ein ganz anderes Gesicht als tagsüber. Das Publikum ist wie ausgetauscht. Baksa-Soos hat sich mit Gewalt und Drogendealern herumschlagen müssen. Gegen unerwünschte Gäste setzte sie bald Türsteherinnen ein und wählt auch heute noch ganz bewusst Frauen für diese Arbeit. "Frauen halten die Aggression im Zaum", sagt sie. Dass diese Regel nicht immer gilt, erfuhr Britta Baksa-Soos am eigenen Leib, als sie sich einmal mit einem schweren Aschenbecher in der Hand gegen eine Gruppe aufgebrachter junger Türken zur Wehr setzte. Die versuchten wiederum mit einem Fahrrad das Fenster einzuwerfen, doch das Verbundglas hielt glücklicherweise stand. Nach stundenlanger Belagerung zog die Gruppe ab, und Baksa-Soos konnte ihre Bar verlassen.Trotz solcher Erlebnisse schlägt ihr Herz für die Gastronomie. 1979 kam die gebürtige Düsseldorferin nach Berlin und stürzte sich ins wilde Kreuzberger Nachtleben. Das war das Jahr, in dem der Künstlerklub SO 36 zu den aufregendsten Orten der Stadt gehörte. Britta Baksa-Soos verkehrte im Kreis der Künstler um Martin Kippenberger und besuchte begeistert die ersten Punk-Konzerte. Ihren Lebensunterhalt verdiente sie als Kellnerin im "Rizz" auf der anderen Seite des Landwehrkanals in der Grimmstraße. Dort wurde sie später Geschäftsführerin. Nachdem das Lokal verkauft wurde, eröffnete sie mit ihrem Partner Stefan Zusel die "Schnabel-Bar". Trotz jahrelanger Konkurrenz mit den Szenebezirken Prenzlauer Berg und Mitte blieb die Bar erfolgreich. Nun wäre es Zeit für etwas Neues, und Baksa-Soos verlässt sich auf Zusels Ideen. Er will in einem Objekt nicht weit von der Schnabel-Bar das Kreuzberger Nachtleben aufpolieren, aber darüber will Baksa-Soos noch nichts verraten.