Wenn man dem Tod überhaupt einen Sinn verleihen kann, dann hatte das Sterben von Heinz Bergner vielleicht den, daß es jetzt an der Reichenberger Straße 129 ein Wohnhaus gibt, in dem Aidskranke betreut werden. Hans Stoermer, der 32 Jahre lang mit seinem Freund Heinz Bergner zusammenlebte, weint nicht mehr, wenn er über seinen Lebensgefährten spricht, der vor zwei Jahren starb. Verwunden hat er dessen Tod noch lange nicht.Der 65jährige Mineralölkaufmann und dessen damaliger Freund wollten ihr Erbe nicht an irgendeine öffentliche Einrichtung abtreten. Daß sie auf die Gesellschaft "Zuhause im Kiez" trafen, sei eine glückliche Fügung gewesen, sagt Stoermer. 1996 änderten sie ihr Testament und gründeten die Stiftung Leben mit HIV und Aids. Zunächst floß das Vermögen des verstorbenen Textilkaufmanns Bergner in die Stiftung, die ein Wohnhaus an der Perleberger Straße besitzt und mit 800 000 Mark das Projekt Reichenberger Straße 129 mitfinanziert hat. Zwei Drittel des Hauses an der Perleberger Straße gehören der Stiftung, ein Drittel Hans Stoermer. "Wenn ich mal die Augen schließe, geht das letzte Drittel auch in die Stiftung über", sagt Stoermer. Das Beispiel von Hans Stoermer und Heinz Bergner hat Schule gemacht. "Inzwischen sind mehrere solvente Herren auf mich zugekommen und haben mich um Rat gebeten, wie sie mit ihrem Geld helfen können", sagt Stoermer. "Sie ließen ihr Testament ändern." (kop.)