Ein seltener Gast

Was machen TV-Kommissare und -Ermittler nach einer erfolgreichen Fernsehsendung? Na klar, sie gehen ein Bier trinken. Das gilt auch für Eduard Zimmermann. Zwar ermittelt der 75-Jährige inzwischen nicht mehr hauptberuflich für die "Aktenzeichen XY"-Sendung des ZDF, aber er hatte am Donnerstag einen Auftritt in der RBB-Talkshow "Leute heute". Und in der Falckensteinstraße 30 in Kreuzberg gibt es eine Kneipe, die heißt Konrad-Tönz-Bar. Dort zog es Zimmermann hin. Mit Konrad Toenz - die Kneipenbesitzer haben der Optik wegen aus dem oe einfach ein ö gemacht - hat Zimmermann jahrelang zusammengearbeitet. "Und nun schalten wir um zu meinem Kollegen in die Schweiz. Was gibt es Neues bei Ihnen, Konrad Toenz?" Das war eine Frage, die der Chef in jeder Sendung stellte. Und Toenz informierte dann aus Zürich über Kriminelles in seinem Land.Die Bar-Betreiber Jeanette Kneuker und Ingo Kupfer jedenfalls sind XY-Fans und mit der Sendung groß geworden. Die Fahndungssendungen werden auch jetzt noch in der Bar regelmäßig gezeigt. Und natürlich war Toenz, der 1998 bei "Aktenzeichen XY . ungelöst" ausschied, schon mehrmals bei den Berlinern zu Gast. Peter Butz, der Ende 1997 die Sendung von Zimmermann übernahm, kam ebenfalls mal vorbei.Auch Eduard Zimmermann fühlte sich wohl. Er gab Autogramme, plauderte mit den Gästen und sah eine Dokumentation über seine Sendung. So um 23.30 Uhr versuchte er dann, seinen Freund Toenz anzurufen um ihm zu sagen, dass er gerade in "seiner" Berliner Kneipe sitzt. Frau Toenz ging ran. Ihr Mann, sagte sie, sei schon im Bett. Dann weck ihn, verlangte Zimmermann aufgekratzt. Frau Toenz versuchte es - vergeblich. Die Schweiz schlief schon.