WEISSENSEE Morgen wird im Stadtgeschichtlichen Museum an der Pistoriusstraße 8 eine Sonderausstellung zu Kriegsende und Neubeginn eröffnet. Sie hält so manche lokale Überraschung bereit.Wie kommt der frühere Bonner Politiker Egon Bahr in das Stadtgeschichtliche Museum Weißensee? Vermutlich gar nicht, jedenfalls kaum als Besucher. Dennoch ist er als Teil der neuen Ausstellung drin. Und das kam so: Der spätere SPD-Sicherheitsexperte, Bundesminister und Berater des Bundeskanzlers in der Ost- und Deutschlandpolitik war 1945 in Berlin Reporter, wohnte in der Rennbahnstraße.In einem der ersten Artikel der gerade erschienenen Berliner Zeitung interviewte er den ersten Bürgermeister Weißensees, Max Knappe, zur Normalisierung des Lebens. Diese Zeitungsseite hängt nun in den drei Räumen des Museums, gehört zu der Sonderschau "Vorbei der Feuerbrand - Weißensee 1945".Ein Drittel der Exponate nimmt der Einmarsch der Roten Armee am 22. April ein, der Rest befaßt sich mit den Anfängen des Wiederaufbaus. Lebensmittelmarken, Igelitschuhe, ein altes Fahrrad und vieles mehr veranschaulichen, wie schwer das Leben nach dem Krieg wieder in Tritt kam. Zahlreiche Fotos, Urkunden, Zeugnisse und Briefe stellten Weißenseer Bürger dafür zur Verfügung.Die deutlichsten Spuren sind jedoch auf einer Leihgabe des Deutschen Historischen Museums, einer Kellertür, eingeritzt: Jemand hatte darauf alle Bombenangriffe und die Verluste festgehalten.Zur Eröffnung am 31. Mai um 18 Uhr kommt als Ehrengast Herbert Deparade. Der 86jährige gehörte dem ersten Bezirksamt in Weißensee als Leiter des Amtes für Aufbau an.Besucher können die Schau bis zum 30. November dienstags, donnerstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr besichtigen. Der Eintritt ist kostenlos. +++