Eine Telefonnummer für Festnetz und Handy: Viag erhält neue Mobilfunk-Lizenz

Bonn. AFP Der Münchner Viag-Konzern kann gemeinsam mit der British Telecom (BT) das vierte digitale Mobilfunknetz in Deutschland aufbauen.Wie Bundespostminister Wolfgang Bötsch (CSU) gestern mitteilte, erhielt die von beiden Unternehmen getragene E2 Mobilfunk GmbH den Zuschlag für eine entsprechende Lizenz. Mit dem Aufbau des Netzes kann noch 1996 begonnen werden. Viag und BT wollen ab 1998 zunächst in den acht wichtigsten Ballungsgebieten an den Start gehen. Bis Ende 2001 soll das Netz so weit ausgebaut sein, daß theoretisch 75 Prozent der Bevölkerung darin telefonieren können. Der Viag-Vorstandsvorsitzende Georg Obermeier hatte bereits vor Wochen angekündigt, mit dem neuen Netz werde Mobiltelefonieren in Deutschland schon ab 1998 deutlich billiger. Viag und BT wollen den Aufbau des neuen Mobiltelefonnetzes zeitgleich mit neuen Aktivitäten im Festnetzbereich entwickeln. Mobil- und Festnetz sollen von Anfang an auf eine einheitliche Infrastruktur und Vermittlungstechnik aufbauen. Langfristig sollen so Festnetzanschluß und Handy unter einer Rufnummer und Telefonrechnung zusammengeführt werden. In Deutschland telefonieren derzeit mehr als 5,6 Millionen Menschen mobil. Die Telekom-Tochter T-Mobil hat mehr als 600 000 Kunden im analogen C-Netz und 2,2 Millionen im digitalen D1-Mobilfunknetz. Im ebenfalls digitalen D2-Netz von Mannesmann telefonieren mehr als 2,3 Millionen Menschen und im E1-Netz der vor allem von Thyssen und Veba getragenen Mobilfunkgesellschaft E-Plus mehr als eine halbe Million Menschen. Als Lizenzgebühr müssen Viag und BT in den kommenden 20 Jahren jährlich 2,8 Millionen Mark an den Bund zahlen. Die Viag-Aktien haben gestern ein neues Allzeit-Hoch erreicht.Mannesmann Mobilfunk teilte indes mit, daß für 1996 erstmals eine Dividende auszahlt werde. So sollen an die Gesellschafter Mannesmann AG sowie die Air Touch Communications (USA) 376 Millionen Mark fließen. +++