Rumänische Bergleute haben immer wieder eine wichtige Rolle in der Innenpolitik ihres Landes gespielt. Streiks und Protestmärsche der Steinkohle-Kumpel gab es in Rumänien aus unterschiedlichen Anlässen: 1977: Im Streit um die angekündigte Einschränkung ihrer materiellen Privilegien nehmen Bergleute einen Gesandten des damaligen Diktators Ceausescu als Geisel und erzwingen einen Rückzieher der Regierung.1990: Tausende von Bergleuten aus dem Schil-Tal, im Südwesten Rumäniens, werden von dem reform-sozialistischen Präsidenten Ion Illiescu zur Unterstüzung seiner Macht gerufen. Prügelnd gehen sie in Bukarest gegen Studenten und Anhänger der Opposition vor, die den Rücktritt der Regierung fordern. Sechs Menschen sterben bei den Aufständen.1991: Dieselben Bergleute stürmen mit Gewerkschaftsführer Miron Cozma an der Spitze den Regierungssitz und führen den Sturz von Ministerpräsident Petre Roman herbei. Anlaß waren Lohnforderungen. Cozma wird wegen seiner Rolle bei den Protesten zu anderthalb Jahren Haft verurteilt.1994: Rund 40 000 Bergarbeiter in ganz Rumänien fordern bei dem ersten von einem Gericht für legal erklärten Streik Lohnerhöhungen.1996: Mit Streiks in mehreren Bergwerken versuchen Tausende Kumpel Verbesserungen bei Gehältern und Renten durchzusetzen.1997: Bei einem zehntägigen Proteststreik fordern Kumpel aus dem Schil-Tal die Freilassung ihres erneut inhaftierten Anführers Cozma und Lohnerhöhungen von 40 Prozent. Die Regierung in Bukarest lenkt ein und verspricht eine Lohnsteigerung um 30 Prozent.