Einjährige Sanierung beendet / Ab Montag Sperrung der Bahnhofstraße: Jetzt geht's wieder vierspurig über die Dammbrücke

KÖPENICK Straßenbahnen und Autos können ab Sonnabend wieder ungehindert über die Dammbrücke rollen. Die Sanierung des zehn Jahre alten Viadukts ist abgeschlossen. Am selben Tag treten jedoch neue Umleitungen wegen Bauarbeiten in der Bahnhofstraße in Kraft.Ein ganzes Jahr dauerte die Sanierung der 70 Meter langen und 19 Meter breiten Dammbrücke. Sie erhielt eine neue Oberfläche, neue Rad- und Fußwege, Parkhäfen und moderne Straßenbahngleise. Rund 2,5 Millionen Mark gab die Senatsbauverwaltung dafür aus. Ursprünglich sollten die vier Spuren im Dezember freigegeben werden. Doch durch den Frost verzögerten sich die Arbeiten. Hohe Umsatzeinbußen Nicht nur die unzähligen Autofahrer, die sich monatelang einspurig über die Spreeüberführung quälen mußten, atmen auf. Auch die Fußgänger können jetzt wieder direkt mit der Straßenbahn in die Köpenicker Altstadt gelangen. Zur Freude der Gewerbetreibenden, denen die Sanierung der Dammbrücke überhaupt nicht in den Kram paßte. Schließlich waren sie bereits durch die Instandsetzung der Langen Brücke gebeutelt. Umsatzeinbußen bis zu 50 Prozent mußten hingenommen werden. "Durch das Verkehrschaos hat sich kaum jemand auf den Weg in die Alstadt gemacht", sagt Optiker Wolf Wittstock. Er und sein Nachbar Frank Ewald von der "Wein-Oase" hoffen auf bessere Zeiten.Dennoch ist das nächste Chaos schon in Sicht: Gleis- und Straßenbauarbeiten in der Bahnhofstraße. Es sollen Versorgungsleitungen verlegt werden, außerdem erhalten die Fahrbahn, Fuß- und Radwege neuen Asphalt. Gleichzeitig werden die Gleisanlagen der Straßenbahn komplett modernisiert. Die Bahnhofstraße ist deshalb teilweise gesperrt. Die Umleitungen, die ab kommenden Montag früh, 5 Uhr, gelten, sind ausgeschildert. Nach Aussage von Georg Westermann von der Senatsbauverwaltung soll die Bauzeit fünf Monate betragen. Kontrolle gefordert Viele Gewerbetreibende in der Bahnhofstraße halten diesen Termin für unrealistisch. Schließlich werde in einigen Bereichen der Straße seit mehr als zwei Jahren gebaut. Und das sehr schleppend. Einige Händler mußten ihr Geschäft sogar ganz aufgeben. Gabriele Kinderler schließt ihren Kosmetikladen Anfang Juni und zieht zum Hauptbahnhof. "Die Umsatzeinbußen sind einfach zu groß", schimpft die junge Frau. Wer kaufe schon gern auf einer Baustelle ein. Auf eine Ausgleichszahlung vom Senat wartet sie bisher vergebens. Damit sich nicht noch mehr Händler einen neuen Standort suchen müssen, ergriff die Arbeitsgruppe Bahnhofstraße die Initiative. Einige Mitglieder trafen sich mit Baustadtrat Werner Gehrmann (CDU) und forderten von ihm eine strenge Kontrolle der Bauarbeiten. Gehrmann versprach Unterstützung. So wird der Leiter des Tiefbauamtes regelmäßig an den wöchentlich stattfindenden Abstimmungsgesprächen in der Bauleitung teilnehmen. Gehrmann selbst will sich dort mindestens einmal im Monat sehen lassen.Steffi Bey BVG-Benutzer müssen von Sonnabend an auf die Straßenbahn in der Bahnhofstraße verzichten. Für die Linien 60, 61, 62 und 68 werden Busse eingesetzt. +++