Einkaufszentrum und 21 Wohnungen / Spatenstich im Spätsommer: Neubauten für den Pistoriusplatz

Harte Kritik übt Erika Giebe aus Weißensee an ihrem Bezirksamt. "Der Pistoriusplatz, einst grüne Oase, verloddert", macht sie gegenüber dem Ombudsmann ihrem Frust Luft, "wir kriegen immer mehr Beton und Müll statt Wohngrün". Eine Management-Beteiligungsgesellschaft soll auf dem Gelände unter anderem ein Wohn- und Bürogebäude mit Tiefgaragen und Supermarkt errichten. "Das ist eine Verschandelung des Stadtbildes", findet Frau Giebe. Sie moniert außerdem: "Wir Bürger wurden nicht gefragt und stoßen beim hiesigen Bauamt auf taube Ohren."Nach Auskunft von Tobias Schietzelt, Pressesprecher des Bezirksamts, haben über die künftige Gestaltung des Platzes öffentliche Diskussionen stattgefunden. "Die Bevölkerung wurde informiert", kontert er. "Natürlich gab es verschiedene Auffassungen, doch das ist unvermeidlich." Man habe nach langem Tauziehen nun eine zufriedenstellende Lösung gefunden.Der Pistoriusplatz nimmt eine Fläche von 11 000 Quadratmetern ein. Davon bekam ein Investor 3 750 Quadratmeter zum Bau von 21 Wohnungen und diversen Gewerberäumen zugesprochen. Auch ein Einkaufszentrum soll entstehen. "Das Bezirksamt erteilte strenge Auflagen, die ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Wohnen und Gewerbe garantieren sollen", so der Pressesprecher.Auf den verbleibenden zwei Dritteln des Platzes wird gegenüber dem Kreuzpfuhl an der Pistoriusstraße eine Parkanlage gestaltet. Nach den Vorstellungen der Architekten und Gärtner, die noch in diesem Spätsommer mit den Arbeiten beginnen, werden Bäume, Sträucher, Blumen, Ruhebänke, eine gastronomische Einrichtung sowie ein Spielplatz für angenehme Atmosphäre sorgen. Nutzer der geplanten Tiefgarage müssen zahlen, doch abseits vom Grün werden laut Schietzelt ausreichend Fahrzeugabstellflächen für die Anwohner ohne Bezahlung verfügbar sein. (heh.)