Jetzt fängt der Spaß erst an", lautet ein Werbeslogan des Spaßbades Blub - doch der Spaß ist vielen Besuchern im "Berliner Luft- und Badeparadies" bereits vergangen. Seit geraumer Zeit häufen sich beim Bezirksamt Neukölln Beschwerden über den Zustand des privat betriebenen Bades an der Buschkrugallee. Moniert werden nicht nur Gefahrenstellen sondern auch mangelnde Hygiene. "Wir haben deshalb mehrfach außerplanmäßige Kontrollen durchgeführt", sagt Neuköllns Gesundheitsstadtrat Michael Freiberg (CDU). Dabei sei festgestellt worden, dass vor allem Sauna und Whirlpool stark mit Keimen belastet waren. Im Jahr 2000 wurden deshalb zweimal Teile des Bades geschlossen, im vergangenen Jahr bereits viermal. Erst im Februar war die Küche des Blub für einige Tage dichtgemacht worden. "Die Hygiene war mangelhaft", sagt Sabine Heidrich-Joswig, als Amtstierärztin zuständig für die Lebensmittelaufsicht im Bezirk. Mangelnde Hygiene ist auch die Hauptkritik von Stammgast Wolfram Bading, der das Bad seit Jahren regelmäßig besucht. "Es wird von Jahr zu Jahr immer schlimmer", sagt er. "Die Duschen stinken, im Freien rostet eine Metalltreppe. Und das Sonnenstudio ist so schmutzig, dass man erst mal eine Stunde putzen müsste, um es benutzen zu können." Er besuche mittlerweile nur noch das Sportstudio, sagt Bading. Die Schließung des Bades sei für ihn nur noch eine Frage der Zeit. "Schade drum, denn es ist eine wirklich schöne Anlage."1985, als das Blub eröffnet wurde, war es die Attraktion unter den Bädern West-Berlins. Das 40 000 Quadratmeter große Spaßbad zog das Publikum magisch an. Bis zu 600 000 Besucher zählten die Betreiber damals pro Jahr - eine Traumquote. Diese Zeiten sind lange vorbei. Das Blub ist in die Jahre gekommen und hat eine Sanierung dringend nötig. Und es bekommt die Konkurrenz im Berliner Umland deutlich zu spüren: So hat sich die Zahl der Besucher in den vergangenen Jahren nahezu halbiert. Im vergangenen Jahr kamen gerade mal noch 330 000 Badegäste. Damit sinken auch die Einnahmen des Bades - und die Summe, die die blub Badeparadies GmbH für den Betrieb ausgeben kann. "Mit diesem Besucherschnitt können wir auf Dauer nicht leben", sagt deshalb Harald Frisch. Er war bis 1999 Geschäftsführer des Bades und wird nun auf diesen Posten zurückkehren. Wegen mangelnder Nachfrage sei schon eines der beiden Restaurants im Blub geschlossen worden. Finanzierung ungeklärtHinter vorgehaltener Hand wird bereits gemunkelt, dass das Neuköllner Bad vor dem Aus steht und die Betreiber pleite sind. Harald Frisch bestätigt das nicht. "Im Augenblick besteht keine Gefahr, dass das Bad schließen muss", sagt er. Allerdings räumt er ein, dass das Spaßbad nicht mehr zeitgemäß ist. "Das Konzept von damals hat keine Zukunftschancen", sagt er. Aus diesem Grund habe er ein "Reaktivierungskonzept" erarbeitet, das eine umfassende Sanierung des Bades beinhaltet und eine Neuordnung. Zum Beispiel sollen der Sauna-Bereich um ein Drittel vergrößert, ein neuer Fitness-Trakt gebaut und die Becken im Bad erneuert werden. "Das Blub soll stärker wellness- und gesundheitsorientiert werden", sagt Frisch. Nur so könne das Bad auf dem hart umkämpften Markt überleben. Doch ob tatsächlich umgebaut wird, steht in den Sternen. Fünf Millionen Euro haben Frisch und seine Mitstreiter für die Sanierung veranschlagt - denn noch ist nicht klar, woher das Geld dafür kommen soll. "Die Finanzierung steht noch nicht", sagt Frisch. Unter diesen Umständen könnten Teile des Bades nicht saniert werden. Würde das das Ende bedeuten für das Bad? Frisch gibt sich bedeckt: "Wie lange der Betrieb unter diesen Bedingungen aufrechterhalten werden kann, muss man sehen."Weniger Gäste // Eröffnung: Das Spaßbad Blub in der Buschkrugallee 64 in Britz wurde 1985 eröffnet. Die Abkürzung Blub steht für "Berliner Luft- und Badeparadies". Der Bau des Bades kostete 44 Millionen Mark. Das Land Berlin gab einen zinslosen Kredit in Höhe von neun Millionen Mark.Angebote: Mit Außenanlagen umfasst das Bad eine Fläche von 40 000 Quadratmetern. Zum Blub gehören unter anderem ein Wellenbad sowie eine Riesenrutsche. Es gibt sieben Saunen, Whirlpools, einen Fitness-Bereich und einen großen Garten.Betreiber: Das Blub wird von der blub Badeparadies GmbH betrieben und erhält keine Zuschüsse vom Land Berlin. Die Eintrittspreise für das Bad liegen bei 8,20 Euro (1,5 Std. ) und 11,70 Euro (Tageskarte). Ein Ticket für Sauna und Bad (4 Std. ) kostet 15,80 Euro.Besucher: Seit seiner Eröffnung hatte das Blub etwa sieben Mio. Besucher. Anfangs waren es 600 000 pro Jahr, 2001 nur noch 330 000.Foto: BERLINER ZEITUNG/MICHAEL BREXENDORFF Wasserspaß im Blub: Die riesige, geschwungene Rutsche ist vor allem bei den jungen Besuchern beliebt. Doch auch die kommen längst nicht mehr so oft wie früher. Die Zahl der Besucher im Britzer Bad hat sich in den vergangenen Jahren fast halbiert.