Einzug der Republikaner in Garbaty-Gartenhaus soll verhindert werden: Pankower protestieren gegen "braune Schaltzentrale"

Mehr als 300 Demonstranten versammelten sich am Dienstag morgen vor der künftigen Bundeszentrale der Partei der Republikaner. Mit Transparenten wie "Keine braune Schaltzentrale" oder "Kein Platz für Ausländerfeindlichkeit in Pankow" und brennenden Kerzen protestierten sie gegen den Einzug der Republikaner in das frühere Gartenhaus der jüdischen Fabrikantenfamilie Garbßty in der Berliner Straße. Vor allem Schüler der Gymnasien Rosa Luxemburg, Friedrich List und Carl v. Ossietzky sowie der Realschule Janusz Korczak waren gekommen. Zum Teil war den Schülern für die Demonstration freigegeben worden. Die Parteien im Abgeordnetenhaus waren vertreten. Die Pankower SPD und die Jüdische Gemeinde hatten zu der Kundgebung aufgerufen. Andreas Nachama, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde, bezeichnete die Republikaner als "PR-Agentur für Fremdenfeindlichkeit". Man müsse auf den Eigentümer und Vermieter, Wolfgang Seifert, mit solchen Aktionen moralischen Druck ausüben, damit der Mietvertrag zurückgezogen werde. Auch andere Mieter von Seifert könnten Druck ausüben, indem sie ihre Verträge kündigten. Der Anlaß für die Demonstration sei zwar traurig, sagte Nachama, aber auf der anderen Seite sei sie genau das, was er erwartet: "Nicht wegsehen, sondern hingehen und sich engagieren." Pankows SPD-Chef Hans Peter Seitz kündigte an, daß man weiterhin öffentlich Druck machen wolle. Seit etwa zwei Jahren ist der Bezirksverband der PDS Mieter bei dem Immobilienkaufmann Seifert. Er habe außerdem das Haus Breite Straße 48, zu DDR-Zeiten Sitz der SED-Kreisleitung, gekauft, sagte die Pankower PDS-Chefin Siglinde Schaub. Jetzt werde man den Mietvertrag dort "natürlich" kündigen. "Wir können dort nicht bleiben." "Wir halten an dem Haus fest", sagte Gerhard Tempel, Mitglied des Bundespräsidiums der Republikaner. Man habe das Recht, die angemieteten Räume zu nutzen. Tempel wollte weder bestätigen noch dementieren, daß der Vermieter Wolfgang Seifert der Ehemann von Ingeborg Seifert ist. Sie ist Mitglied des Bundesvorstandes der Republikaner.