"Tanzen, Udo, tanzen!" Lange hat Torhüter Udo Döhler diese Aufforderung der Fans nicht mehr gehört. Nach dem 4:0-Sieg des EHC Eisbären Berlin beim heimischen Lada-Cup über den Meisterschaftsfinalisten Kassel Huskies huldigten die 3 000 Zuschauer im überraschend gut ge-füllten Wellblechpalast der Leistung des 29jährigen Keepers und baten ihn mit ihren Rufen zur Showeinlage aufs Eis. "Shutout" ­ ohne Gegentor hatte Döhler die Partie überstanden, meisterte Schüsse schwersten Kali-bers der Öhman, Di Pietro, Millar oder Evtushevski im Dutzend. "Ob ich schon mal ohne Tor geblieben bin?" überlegte der kräftige Torhüter. "Kann ich nicht sagen. Aber auf jeden Fall ist dies das erste Mal, seit-dem ich bei den Eisbären spiele."Die dritte Saison in Hohenschön-hausen sieht Udo Döhler als neue Herausforderung an, kündigt Mario Brunetta den Kampf um die Stammposition im kleinen Drahtkäfig an. Im letzten Jahr schenkte Trainer Ron Kennedy dem Deutschen nur viermal das Vertrauen; dazu half Döhler zweimal bei der Düsseldorfer EG aus. Ansonsten war er mehr damit beschäftigt, die Bandentür von der Spielerbank aus zu betätigen."Udo erhält seine Chance, zu beweisen, daß er der bessere Goalie ist", macht Kennedy dem Deutschen für die kommende Saison Hoffnung. "Gegen Kassel war er der absolut beste Mann. Aber wer die Nummer eins in den Meisterschaftsspielen wird, muß sich noch erweisen." Vor dem Sieg über Kassel zeigte Döhler schon bemerkenswerte Leistungen bei den Testspielen in der Schweiz gegen Langnau (5:1) und den von Hans Zach trainierten Züricher SC (2:2). "Ich denke schon, daß ich in guter Form bin", so der 92-kg-Mann. "Aber das war ich vergangene Saison auch. Das Schlimme ist, wenn du trainierst, aber ohne Spielpraxis bleibst."Döhler wich im letzten Spiel turnusmäßig wieder Brunetta, wurde aber trotzdem als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet. Brunetta konnte trotz guter Leistung die 4:6-Niederlage nach Penalty-Schießen gegen den Europacupsieger Lada Togliatti nicht verhindern. Dennoch gewannen die Eisbären das Turnier vor den Huskies und Togliatti.