Die Berliner Recyclingfirma Alba hat am Freitag in Eisenhüttenstadt eine neue Anlage zur Aufbereitung von Mischkunststoffen eröffnet. Damit können auf dem Gelände neben dem Stahlwerk jetzt 33 500 Tonnen Kunststoffabfälle aus Berlin und Brandenburg aufgearbeitet werden.Joghurtbecher, Zahnpastatuben, Tüten, Shampooflaschen - der Grüne Punkt prangt fast auf jeder Kunststoffverpackung. Damit wurde zwar beim Kauf die Entsorgung gleich mitbezahlt, ein vernünftiges Recycling aber nicht immer garantiert.Größere sortenreine Plastkörper wie die Becher, Flaschen und Folien konnten in Eisenhüttenstadt bereits zu sogenannten Recyclaten verarbeitet - kleinen Kügelchen, aus denen beispielsweise erneut Flaschen gegossen werden können.Anders lag der Fall bei Kleinteilen und Mischkunststoffen. Bisher wurden daraus nach Erhitzen, Pressen und Färben oft Bausteine oder Schallschutzwände gefertigt. Das rief die Umweltschützer auf den Plan. Sie kritisierten, daß dies kein echtes Recycling sei.Die neue Alba-Anlage kann mit zehn verschiedenen Kunststoffen gefüttert werden. Nach dem Schreddern in kleine Stücke werden in mehreren Stufen alle Fremdstoffe entfernt. Übrig bleibt ein sogenanntes Agglomerat - kleine graue Kügelchen. Aus diesen kann durch Dehydrierung wieder Öl gewonnen werden. Oder sie werden bei der Stahlherstellung als Reduktionsmittel zugegeben und lösen damit Öl oder Gas ab. "Insgesamt haben wir 40 Millionen Mark in das Kunststoffrecycling in Eisenhüttenstadt investiert", sagte Alba-Vorstand Eric Schweitzer. Allein die am Freitag in Betrieb genommene Mischkunststoffanlage hat zehn Millionen Mark gekostet und schafft zu den bisher 65 Arbeitsplätzen 25 neue dazu. Ihre Jahreskapazität von rund 20 000 Tonnen kann allerdings nur zur Hälfte aus dem Aufkommen in Berlin und Brandenburg gedeckt werden. Alba hofft daher, vom Dualen System mit Plastikabfall aus anderen Bundesländern versorgt zu werden. +++