Der Mann, der von einem Telefon des Bundestages aus ein 13-jähriges Mädchen belästigt hat, ist offenbar ein früherer Mitarbeiter der Sicherheitsfirma, die den Bundestag bewacht. Wie es aus Polizeikreisen hieß, ermittelt die Kripo gegen einen 24-jährigen Türken, der bei der Firma Nobis-Security angestellt war. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte der Mann von Ende April bis Anfang Mai das türkischstämmige Mädchen aus Neukölln belästigt. Wie berichtet, hatte das Kind davon seinem Vater erzählt. Auf dessen Wunsch richtete die Telekom eine Fangschaltung ein. Als die Telefonnummer des Anrufers feststand, erstattete der Vater Anzeige. Die Polizei fand heraus, dass die Telefonnummer zu einem Apparat des Bundestages gehörte.Kurzzeitig standen alle Bundestagsabgeordneten, deren Mitarbeiter und die gesamte Bundestagsverwaltung im Verdacht. Bereits am Montag konnte die Polizei jedoch den Kreis der Verdächtigen einengen. Inzwischen steht fest: Die Anrufe wurden aus einem Bundestagsgebäude an der Mauerstraße in Mitte geführt.Bei der Polizei hieß es, die Ermittlungen richteten sich ausdrücklich nicht gegen die Sicherheitsfirma, sondern gegen den ehemaligen Mitarbeiter. Der Mann sei von der Firma entlassen worden, bevor die Strafverfolgung eingeleitet wurde. Er soll ebenso wie das Mädchen in Neukölln wohnen.Die Firma Nobis-Security bewacht mit etwa 100 Leuten die Einrichtungen des Bundestages. Der Stundenlohn beträgt fünf bis sechs Euro, als Qualifikation genügen eine Drei-Tage-Schulung der Industrie- und Handelskammer sowie ein polizeiliches Führungszeugnis, aus dem hervorgeht, ob es in den vergangenen drei bis fünf Jahren eine größere Vorstrafe gegeben hat."Was jetzt passiert ist, ist eine schlimme Sache", sagt Nobis-Niederlassungsleiter Guido Purtak. "Aber ich kann nicht in die Köpfe unserer Mitarbeiter reingucken. " Purtak hat nach eigener Aussage keine Ahnung, wer von seinen früheren Mitarbeitern der Täter sein könnte. Er erinnert sich, in diesem Jahr drei oder vier Leute entlassen zu haben, darunter eine Frau. Sie entsprachen nicht den Sicherheitsanforderungen des Bundestages. Die Bundestagspolizei überprüft das Personal, das das Parlament bewachen soll, zusätzlich. Dann werden auch Bagatelldelikte bekannt und Taten, die nicht mehr im Führungszeugnis auftauchen. "Solche Mitarbeiter entlassen wir dann", sagt Purtak.