MITTE. Der bereits für September geplante Auszug der Wargin-Ausstellung aus dem Linden-tunnel neben dem Maxim Gorki Theater verzögert sich. Der Grund: die vorgesehene Ersatzfläche auf dem Gelände des Technikmuseums in Kreuzberg ist nicht rechtzeitig fertig geworden. Die Räumung des Tunnels ist jedoch Voraussetzung, damit der Senat mit der Gestaltung des "Platzes der Märzrevolution von 1848" beginnen kann. Wie berichtet, will der Senat mit dem Projekt das 150. Jubiläum der Barrikadenkämpfe von Bürgern und Arbeitern gegen die Truppen von Preußen-König Friedrich Wilhelm IV. würdigen, die um demokratische Rechte wie Presse- und Versammlungsfreiheit stritten.Das Ersatzquartier für Ben Wargin, eine mehr als 100 Jahre alte Ladehalle auf dem Gleisdreieck, muß erst noch ausgebaut werden. Wargin hat mit dem Senat einen Vertrag für die nächsten fünf Jahre ausgehandelt. Die Sanierung des Fußbodens ist schon abgeschlossen, doch mit der Erneuerung des Daches wurde erst jetzt begonnen. Wann Wargin seine neue Aktion mit dem Titel "Wie gut hat alles angefangen Du bist der Baum" starten kann, weiß er noch nicht. "Das wird für mich aber noch einmal eine große Herausforderung, die Leute auf dem Gleisdreieck nach dem technischen Teil wieder in meine Ausstellung zu locken", sagt er. Günther Gottmann, Chef des Deutschen Technikmuseums, sieht "eine Menge Gemeinsamkeiten mit dem Künstler, auch wenn wir uns nicht immer seiner Interpretation von Technik anschließen". Auf der Freifläche des Museums werde schließlich auch gezeigt, wie die Natur über die Technik hinwegwächst.Ben Wargin sitzt in Mitte praktisch auf gepackten Koffern. Auf der Tunnelrampe stehen Container mit Brettern und Sperrholz, alte Badewannen und allerlei skurrile Stücke zum Abtransport bereit. Im Tunnel, durch den bis 1951 noch die Straßenbahn fuhr, wird noch zusammengeräumt. Viele Teile sind bereits mit gelben Zetteln beschriftet. Erst wenn der Lindentunnel leer ist, kann der Revolutionsplatz angelegt werden. Das Gestaltungskonzept haben Gartendenkmalpfleger entworfen: Der Tunnel soll mit einer Wand verschlossen und die Rampe zugeschüttet werden. Anschließend wird die Freifläche vor dem Theater bis zur Humboldt-Universität erweitert. Zwischen zwei Rasenflächen soll das Denkmal des Komponisten Carl Friedrich Fasch fast an seinem ursprünglichen Platz wiederaufgestellt werden. Der ehemalige Festungsgraben wird durch eine abgesenkte Rasenfläche markiert.