Der Besitzer eines der ältesten deutschen Weingüter, Erwein Graf Matuschka-Greiffenclau, hat Selbstmord begangen. Aus einem Abschiedsbrief geht hervor, daß er sich offenbar wegen finanzieller Probleme das Leben nahm.Den Konkurs für sein Weingut Schloß Vollrads im Rheingau mochte er nicht ertragen: Erwein Graf Matuschka-Greiffenclau erschoß sich gestern morgen auf einem Gelände in der Nähe von Schloß Vollrads. Am Tag zuvor hatte seine Hausbank, die Nassauische Sparkasse, Konkursantrag gestellt. Schon fünf Jahre war das Weingut, das der Graf in 27. Generation leitete, in größten finanziellen Schwierigkeiten.In einem an die Öffentlichkeit gerichteten Abschiedsbrief schrieb der 59jährige, er habe kaufmännische Fehler gemacht. Dafür müsse er nun bezahlen. Zugleich richtet er schwere Vorwürfe gegen jene, "die mein Leben durch Verleumdungen und Lügen in den Dreck gezogen haben".Die Nassauische Sparkasse bedauert nach Angaben ihrer Sprecherin, Daniela Gramlich, den Freitod Matuschkas zutiefst. Diese Entwicklung sei nicht absehbar gewesen. Nachdem alle Rettungskonzepte gescheitert waren und Matuschka den Kredit nicht mehr habe bedienen können, stellte das Geldinstitut am Montag Konkursantrag beim Amtsgericht Rüdesheim. Der Graf habe einen für Montag angesetzten Gesprächstermin kurzfristig abgesagt.Der Frankfurter Rechtsanwalt des Grafen, Klaus Nieding, widersprach dieser Darstellung. Da sein Mandant sich in Italien aufgehalten habe, habe er den Termin nicht wahrnehmen können und um eine Verschiebung auf gestern gebeten. Das habe die Bank abgelehnt. Weil er keinen Flug mehr bekommen habe, sei Matuschka daraufhin am Montag mit dem Auto zurückgeeilt und erst am späten Abend angekommen.Kurz danach hat Matuschka nach Angaben seiner Lebensgefährtin seine Wohnung verlassen, um noch einmal in sein Büro zu gehen. Als er nicht zurückkam, informierte sie gegen sechs Uhr die Polizei, die die Leiche des Grafen kurz nach neun Uhr fand.