LICHTENBERG Mit dem Namen "Mauritius-Kirch-Passage" wirbt die Commercial Wohnungsbaugesellschaft mbH für das neuentstehende Einkaufszentrum an der Wilhelm-Guddorf-Straße. Dagegen hat das Erzbischöfliche Ordinariat Einspruch erhoben."Hier entsteht die Mauritius-Kirch-Passage" verkündet ein riesiger Aufsteller an der Gürtelstraße/Ecke Frankfurter Allee. Auf dem wenige Meter dahinter befindlichen Gelände zwischen Wilhelm-Guddorf-Straße und Mauritius-Kirch-Straße wächst das neue Wohngebietszentrum empor. Unterlassungserklärung Es wird nach dem Entwurf des Berliner Architekten Maximilian P. Burgmayer realisiert, der 1992 als Sieger aus einem Architektur-Wettbewerb hervorging. Der dreigeschossige, dreiteilige Gebäudekomplex bildet zur Mauritiuskirche hin einen offenen Platz und bezieht so die schöne kleine Backsteinkirche mit ein. Auch deshalb kam die Commercial Wohnungsbaugesellschaft mbH auf die Idee, das neue Einkaufszentrum "Mauritius-Kirch-Passage" zu nennen. Um diese Namensgebung ist nun ein Streit entbrannt. Viele Gläubige der Mauritius-Kirch-Gemeinde nehmen daran Anstoß. Ihrer Meinung nach wird durch den Namen automatisch eine Verbindung von Kirche und Einkaufspassage hergestellt. "Das möchten wir in jedem Fall verhindern", bestätigt Andreas Herzig, Leiter der Pressestelle des Erzbischöflichen Ordinariats. Zunächst habe die Rechtsabteilung eine Unterlassungserklärung erwirkt. Diese verhindere jedoch nur, daß bei der Vermittlung von Gewerberäumen im Einkaufszentrum mit dem Namen "Mauritius-Kirch-Passage" geworben werden darf. "Ob es zu einem Rechtsstreit kommt, ist noch offen", informiert Herzig. Die Katholische Kirche hoffe auf eine gütliche Einigung. Von dem Eigentümer - einem bayerischen Großunternehmen, das anonym bleiben möchte - wurde eine Stellungnahme abgelehnt. Zeitverzug durch Frost Unterdessen gehen die Arbeiten auf der Baustelle weiter voran. "Durch den starken Frost sind wir etwa vier Wochen in Zeitverzug geraten", bestätigt Horst Lange vom Büro Hünnighaus, das mit der Errichtung des Bauwerks beauftragt wurde. Es sei jedoch in kleinen Bereichen trotz Frost weitergearbeitet worden. "Den Fertigstellungstermin 30. November 1996 werde man trotzdem einhalten.In dem 30-Millionen-Projekt entstehen auf 7 000 Quadratmeter Nutzfläche Geschäfts- und Gewerberäume. Außer einem Supermarkt sind Apotheke, Schuster, Friseur, Obst/Gemüse, Reisebüro, Bistro und Bekleidungsboutique vorgesehen. Darüber hinaus werden auch Kleinmöbel, Schuhe, Arztpraxen und ein Schulungszentrum dort einziehen. Unter dem offenen Platz entstehen in einer Tiefgarage 123 Pkw-Stellflächen für Besucher und Mieter. +++