Es ist ein Grundnahrungsmittel, das in Deutschland immer seltener zu bekommen ist: gutes Brot. Wir haben uns abgefunden mit pappigen Industrie-Brötchen aus den großen Gleichmacher-Bäckereiketten. Wir wundern uns nicht mehr über geschmacksfreie Brotlaibe, die schon nach einem Tag der Ungenießbarkeit entgegenschrumpeln. Ohne zu murren, ertragen wir Bäckereifachverkäuferinnen, die uns vor versammelter Kundschaft zurechtweisen, weil wir bei der Brötchenbestellung mal wieder die „Krusties“ mit den „Krossies“ verwechselt haben.

Das ist uns geblieben vom einstigen Kulturgut Brot: die immer gleichen Back- und Vormischungen der Industrie, die uns, mit verheißungsvollen Fantasienamen geschmückt, „backfrisch“ in die Tüte gemogelt werden. Eine Weile lang glaubte ich noch an ein Nord-Süd-Gefälle. Auf Reisen fand ich südlich des Mains stets tadellos-lobenswertes Backwerk aus familiengeführten Bäckereien auf meinem Frühstücksteller. Aber auch hier sterben die handwerklichen Betriebe langsam aus, und die Filialisten übernehmen.

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