Istanbul - Wenn der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan am Sonnabend in der Kölner Lanxess-Arena zu den Deutschtürken spricht, werden rund 20.000 ausgesuchte Besucher dem konservativ-islamischen Politiker zujubeln. Dass sie nicht repräsentativ für die in Deutschland lebenden türkischstämmigen Migranten sind, werden vermutlich ebenso viele Gegendemonstranten unter Beweis stellen. Doch wie die Deutschtürken politisch denken, und wen sie tatsächlich wählen, war bis vor einem halben Jahr noch weitgehend unbekannt – bis ein deutschtürkischer Wissenschaftler im November 2013 eine Umfrage mit erstaunlichen Ergebnissen vorstellte.

„Es gab viele Mutmaßungen und Einschätzungen, aber keine seriöse Studie zum Wahlverhalten der türkischstämmigen Bürger“, sagte Murat Erdogan, Direktor des Zentrums für Migration und politische Wissenschaften der Hacettepe-Universität in Ankara, der Berliner Zeitung. Für die repräsentative Erhebung zusammen mit dem Berliner Markt- und Meinungsforschungsinstituts Data 4U wurden 2 244 Personen über 18 Jahren in elf Bundesländern telefonisch befragt. Etwa die Hälfte von ihnen besaß die deutsche oder die doppelte Staatsbürgerschaft.

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