Die Kanzlerin ist bemerkenswert einsilbig. Die CDU ist erstaunlich still. Es gibt keine Vertrauensbekundungen oder Solidaritätserklärungen für Thomas de Maizière. Der Verteidigungsminister muss das Drohnen-Spektakel erklären. Er ist auf sich alleine gestellt, und das ist bemerkenswert. Denn das Schweigen enthält Zweifel – den Zweifel, dass de Maizière, der so lange als Ausbund von Korrektheit und Übersicht galt, genau diese Korrektheit und Übersicht noch garantieren kann.

Er wird deswegen nicht unbedingt gleich gehen müssen. Einen Ministerrücktritt wenige Monate vor einer Bundestagswahl kann sich keine Kanzlerin so richtig leisten – vor allem nicht, wenn es der soundsovielte ist im Kabinett. Und der dritte eines Verteidigungsministers aus den eigenen Reihen nach Karl-Theodor zu Guttenberg und Franz Josef Jung (der zwar als Arbeitsminister ging, aber wegen Fehlern in seinem Amt als Chef des Wehrressorts).

De Maizières Rücktritt wäre auch sonst ein Verlust für die CDU. Er hat der Partei eine Perspektive gegeben. Er war ihr neuer Kronprinz, einer, den vor allem konservative Erdung zu leiten schien und nicht Allüren und Karriereziele. Er hat dieses Bild selbst munter gepflegt. Es hat nun schwere Kratzer bekommen, mindestens. Das Schweigen der CDU ist deswegen auch ein betretenes. Bei den einen. Und ein schadenfrohes. Bei den anderen.