BERLIN, 1. Dezember. Während die Deutsche Bahn wie berichtet künftig mit Gratisfahrten für Kinder bis zu 14 Jahren mehr Kunden in die Züge locken will, droht ihr im Tages-Fernverkehr erstmals private Konkurrenz: Die Eurobahn fährt seit Freitag zweimal in der Woche zwischen Bielefeld und Köln. "Der Preis für eine Fahrt liegt bei 40 Mark, Platzreservierung und ein Gratisgetränk inklusive", sagte Marketing- und Vertriebschef Frank Launhardt am Freitag der "Berliner Zeitung". Zum Vergleich: Eine Fahrt mit dem ICE der Deutschen Bahn kosten zwischen Köln und Bielefeld 72 Mark, mit dem Intercity 63 Mark und mit dem Regionalexpress 56 Mark. Die Fahrzeit mit der Eurobahn liege bei zwei Stunden und 40 Minuten und damit vier Minuten über der des DB-Regionalexpress. Ein ICE dagegen schafft die Strecke in knapp zwei Stunden. Umsatz soll sich verdoppelnEurobahn ist damit das erste Unternehmen in Deutschland, das neben der Deutschen Bahn im Tagesfernverkehr Züge betreibt. Die Privatbahn ist eine Tochtergesellschaft der VIA GTI, Frankreichs zweitgrößtem Nahverkehrsunternehmen, und der Rhenus AG. Das Unternehmen betreibt mehrere Nahverkehrsstrecken in Rheinhessen, Ostwestfalen-Lippe und in Sachsen. In diesem Jahr erwartet Eurobahn zehn Millionen Mark Umsatz, "2001 sollen es 20 Millionen sein", sagt Launhardt. "Wir denken, dass unser Konzept aufgeht." Das günstige Angebot sei möglich, "weil wir viel geringere Kosten als die Deutsche Bahn haben". So beschäftige das Unternehmen 23 feste Mitarbeiter und rund 25 Teilzeitkräfte, die vor allem im Service arbeiten. Als Züge verkehren moderne Triebwagen von Talbot. Die Züge sollen zur Hälfte ausgelastet sein. Launhardt: "Das ist zu schaffen, da wir zu günstigen Zeiten fahren": freitags und sonntags. (pk.)