PAKS/PRAG/KATOWICE - Es ist eine kleine Zeitreise. Nicht nur in die Anfänge der Umweltbewegung, auch modisch. Türkisgrün leuchten die Schaltanlagen im ungarischen Atommeiler Paks und bakelitschwarz die kleinen Drehschalter. Da passt der schlecht sitzende Anzug des Sicherheitsingenieurs in postsowjetgrau gut ins Bild. „46 Prozent des ungarischen Stroms werden hier produziert“, erläutert der Mann. Aber Benedek Jávor will anderes wissen. „Wie war das beim Störfall hier 2003?“, fragt der ungarische Grünen-Abgeordnete und der Ingenieur muss kurz stammeln.

Sprachlosigkeit. Das erleben Umweltaktivsten oft im Osten Europas. Und eine gewisse Ignoranz für ihre Themen. Statt den Gefahren der Atomkraft geht es hier um Energieunabhängigkeit von Russland. Rebecca Harms, Grünen Fraktionschefin im Europaparlament, setzt daher auf klassische Werte wie Arbeit: Bei der Pressekonferenz am Ufer der Donau vor dem Budapester Parlament erklärt sie den Green New Deal: „Die Energiewende bringt mehr Arbeitsplätze in zukunftsfähigen Branchen!“.
Ihre Reise ist eine Schützenhilfe für die Grünen in Ungarn.

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