Die Beweise gegen den des Mordes und der Mordversuche angeklagten Hautarzt Stefan S. werden immer drückender. Gestern sagten zwei frühere Prostituierte vor dem Berliner Landgericht gegen ihn aus.Nur einen kurzen Blick wirft die 16jährige Ramona D. auf den hochgewachsenen Mann auf der Anklagebank. "Das ist er." Im Februar hatte die heutige Schülerin Stefan S. zuletzt gesehen. Unter den Folgen der Begegnung leidet die Zeugin noch immer. Obwohl sie seither nicht mehr anschafft, traut sie sich vor Angst nachts nicht mehr aus dem Haus.S. hatte das Mädchen vom Straßenstrich an der Kurfürstenstraße mit in seine Schmargendorfer Wohnung genommen. Bäuchlings habe sie mit einer Lederhose bekleidet auf dem Bett gelegen, erinnert sich Ramona D. Der Angeklagte habe sich auf ihren Rücken gekniet. "Plötzlich hat er einen Gürtel um meinen Hals geschlungen." Später habe er sie mit den Händen gewürgt. "Vielleicht wegen der Schreie", habe er von ihr abgelassen. "Ich tue dir nichts. Mach doch keinen Streß", soll der Angeklagte gesagt haben. Erst im Mai wandte sich Ramona D. an die Polizei. In einer Zeitung hatte sie über die Ermittlungen gegen den Hautarzt gelesen und ihn auf einem Foto erkannt. Die Anklage wirft S. vor, eine Prostituierte umgebracht und drei weitere Frauen attackiert zu haben.Nur knapp überlebte die 36jährige Susanne H. aus Frankfurt am Main eine Begegnung mit einem Freier im Herbst 1988. Sie behauptete damals, sich das Autokennzeichen aufgeschrieben zu haben. Da ließ der Mann von ihr ab. Auch Susanne H. hatte eine Lederhose anziehen müssen und wurde von hinten mit einer Schlinge gedrosselt. "Ist er es?" will die Richterin wissen. Die Zeugin schaut Stefan S. lange an. "Ja", sagt sie schließlich. +++