Thomas Lein schwitzt. Mit einem orangefarbenen Gummianzug und Schutzhaube bekleidet, steht der Mechaniker schweißtriefend an der Straße des 17. Juni und spritzt mit einem Hochdruckstrahler von einem Panzer den grünen Lack ab. Das sowjetische Ehrenmal wird nach 1998 und 1999 erneut saniert. Damals wurden Gehwegplatten erneuert und Lampen angebaut. Diesmal sind die beiden Panzer vom Typ T34 und die dahinter stehenden zwei Haubitzen dran. Die Sanierung ist dringend nötig: Die Schutzbleche über den Panzerketten sind durchgerostet, der Lack blättert, grobe Gitter, die einmal als Luftfilter dienten, sind durchgetreten. In der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung befürchtete man deshalb, dass sich Touristen an den scharfen Kanten schneiden oder einbrechen könnten. Seit Dienstag arbeiten elf Soldaten und Zivilbeschäftigte der Bundeswehr im Ehrenmal. Die Spezialisten kommen aus Brandenburg, vom Instandsetzungs-Bataillon Potsdam 410 und vom Systeminstandsetzungszentrum 890 Doberlug-Kirchhain. Bevor sie mit ihrer Arbeit beginnen konnten, mussten sie mehr als tausend Liter Regenwasser aus den Tanks pumpen. Einer der Panzer war bis unter die Luke mit Regenwasser gefüllt, weil die Dichtungen seit Jahren nicht mehr hielten.Wären die Arbeiten jetzt nicht gemacht worden, hätte das Mahnmal aus Sicherheitsgründen geschlossen werden müssen, sagt Bundeswehrsprecher Daniel Henke. "Wir stellen die Panzer soweit wieder her, dass man damit ein paar Jahre leben kann", sagt Henke. Die alten, unter Denkmalschutz stehenden Schutzbleche werden ausgetauscht und gelagert. Die Panzer sollen im gleichen Grün und mit den Einschusslöchern wieder zu sehen sein. Auch die abgeblätterten roten Sterne und die Turm-Nummern sollen wieder originalgetreu aufgemalt werden. Am 31. August wollen die Bundeswehrsoldaten die Arbeiten am Ehrenmal abgeschlossen haben. Sockel folgt im nächsten JahrDie Fahrzeuge, die Ende des Zweiten Weltkrieges als erste Berlin erreichten, wurden einfach "abgestellt", sagt Henke. Seit 1945 war die Rote Armee und später die russische Armee für die Pflege des Ehrenmals zuständig. 1994 übernahm die Bundesregierung die Verantwortung. Die Kosten für die Sicherung des Denkmals trägt die Bundeswehr. Doch damit sind die Sanierungsarbeiten noch nicht abgeschlossen. "Das ist eine laufende Aufgabe und kostet viele Millionen Mark", sagt Beate Profé von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Im nächsten Jahr sollen die Sockel, auf denen die Panzer stehen, und die Brunnenanlage "Tränen Russlands" hinter den Kolonnaden repariert werden.BERLINER ZEITUNG/MIKE FRÖHLING Bundeswehr-Soldaten tragen ein Zelt heran, um am Ehrenmal in Tiergarten eine Haubitze vor Regen zu schützen.