Teilzeit ist nach Auskunft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit ein Wachstumsmarkt. Es stellt fest, dass der Anteil der Teilzeitbeschäftigten in den vergangenen Jahren angestiegen ist. Von dieser Entwicklung sei nicht nur der Bereich Dienstleistungen betroffen, der traditionell einen hohen Anteil an Teilzeitkräften beschäftigt. Auch in den Sektoren wie Industrie und Bergbau habe sich der Anteil erhöht. Dort galt Teilzeitarbeit bisher als untypisch. Diese Beobachtung wird von einem Forschungsbericht des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) gestützt. Nach Einschätzung der Experten wird die Flexibilisierung der Arbeit schnell voranschreiten.Schon jetzt ist fast jedes dritte Arbeitsverhältnis flexibel gestaltet, wozu aber auch Mini-Jobs, Kurzarbeit und geförderte Arbeitsmaßnahmen gehören. Der Anteil der reinen Teilzeit-Beschäftigungen - also ohne Mini-Jobs beträgt nach Angabe des IAB im Osten neun, im Westen sieben Prozent. Rechnet man Mini- und Midi-Jobs dazu, sind es im Osten sogar 20 und im Westen 24 Prozent. Dabei nutzen viele Frauen die Teilzeitarbeit. Im Jahr 2004 betrug ihre Quote laut Statistischem Bundesamt 85,5 Prozent.Den Grund dafür, dass Teilzeitarbeit in den neuen Bundesländern nicht ganz so stark verbreitet ist, wie in den alten Ländern, sieht das IAB darin, dass dort die Nachfrage nach dieser Arbeitsform geringer ist. Der verringerte Verdienst spielt dabei auch eine Rolle. "Bei vielen Teilzeitangeboten werden Einkommen erzielt, die in Konkurrenz zu Lohnersatzleistungen stehen und sich deswegen nicht lohnen", schreiben die IAB-Experten in ihrem Forschungsbericht. Weitere Hemmnisse seien geringere Lohnersatzleistungen bei Arbeitslosigkeit und niedrigere Rentenzahlungen.Auch die durchschnittliche Länge einer Teilzeitbeschäftigung ist nach Angaben des IAB in den neuen Bundesländern länger. Diese beträgt dort im Schnitt 22 Stunden je Woche gegenüber 18 Stunden in Westdeutschland.Seit der Einführung des Gesetzes über Teilzeitarbeit und befristete Arbeitsverträge 2001 haben Arbeitnehmer grundsätzlich einen Anspruch auf die Gewährung von Teilzeitarbeit. Es gibt jedoch einige Einschränkungen. So muss ihr Arbeitsverhältnis bereits seit sechs Monaten bestehen und ihr Betrieb muss mehr als 15 Mitarbeiter beschäftigen.Das Wirtschaftsministerium empfiehlt, dass der Antrag schriftlich erfolgen sollte. Dies ist aber vom Gesetz nicht zwingend gefordert. Umgekehrt muss der Arbeitgeber aber spätestens einen Monat vor dem gewünschten Teilzeitbeginn schriftlich mitteilen, ob er dem Wunsch zustimmt. Versäumt er dies, verringert sich die Arbeitszeit ohne weitere Formalien in dem vom Mitarbeiter gewünschten Umfang.Der Arbeitgeber kann aber einen Wunsch auf Teilzeitarbeit ablehnen, wenn betriebliche Gründe diesem Wunsch entgegenstehen. Diese Formulierung ist weit gewählt, weil es kaum überschaubar ist, in welchen Fällen eine verkürzte Arbeitszeit für den Betrieb zu einer unzumutbaren Belastung wird. Anhaltpunkte für die Abwägung liefern Beispiele, in denen eine Unzumutbarkeit eindeutig gegeben ist. Dies gilt etwa, wenn die Teilzeitregelung unverhältnismäßig hohe Kosten verursacht, die Sicherheit, die Organisation oder den Arbeitsablauf stört.Können sich Chef und Angestellter nicht einvernehmlich auf eine Lösung verständigen, muss das Arbeitsgericht entscheiden, ob in dem Einzelfall dem Wunsch nach Teilzeitarbeit ein betrieblicher Grund entgegensteht. Dies muss der Arbeitgeber beweisen.Zu der Frage in welcher Form die Arbeitszeit verkürzt wird, macht das Gesetz keine Angabe. Unternehmen und Mitarbeiter müssen sich darüber einigen, ob der Mitarbeiter etwa jeden Tag weniger lange arbeitet oder beispielsweise tageweise. Auch die reduzierte Stundenzahl wird zwischen ihnen ausgehandelt.------------------------------ANSPRÜCHEGleichbehandlung: Nach dem Gleichbehandlungsgrundsatz gelten arbeitsrechtliche Bestimmungen unabhängig vom Umfang der Arbeitszeit. Teilzeitkräfte erwerben danach ebenso wie Vollzeitkräfte nach sechs Monaten Betriebszugehörigkeit Kündigungsschutz. Sie erhalten ebenso weiter ihr Gehalt, wenn sie krank werden.Urlaub: Bei der Berechnung des Urlaubs ist zu unterscheiden, ob die Teilzeitkraft jeden Tag in der Woche arbeitet oder tageweise. Ist der Arbeitnehmer jeden Tag im Betrieb, hat er Anspruch auf ebenso viel Urlaub wie seine Kollegen. Arbeitet er nicht jeden Tag, reduziert sich sein Urlaubsanspruch.Überstunden: Mehrarbeit darf vom Arbeitgeber nicht ohne Grund verlangt werden. Damit wäre Regelung sinnlos.