"Architektur ist das, was die Fotografie auslässt. Meine Architektur lässt sich nicht gut fotografieren. " Das ging ja gut los. Frank Lloyd Wright muss nicht eben begeistert gewesen sein, als ihn Tony Vaccaro im Juli 1957 auf seinem Anwesen in Taliesin, Wisconsin, besuchte. Vaccaro sollte im Auftrag der Zeitschrift "Look" den damals 90-jährigen Wright in seinem selbst geschaffenen Umfeld festhalten, doch als Erstes musste er ihn fotofein machen: "Sie sind Italiener, schneiden Sie Haare?" Danach konnte Vaccaro aber doch noch recht einfühlsame Wright-Porträts anfertigen: der Architekt beim Spaziergang, seine Hände beim Zeichnen . Zusammen mit ausgewählten Abbildungen von seinen insgesamt 800 Bauten - darunter das New Yorker Guggenheim-Museum - sind sie nun bis Ende April im Willy-Brandt-Haus zu sehen. Unsere große Abbildung zeigt das Haus Fallingwater, das Wright bis 1939 in den Wäldern Pennsylvanias für den Kaufhausmagnaten Edgar Kaufmann errichtete. Dieses Meisterwerk der architektonischen Moderne ist heute vom Einsturz bedroht - weil Frank Lloyd Wright nicht bereit war, die kühne Konstruktion mit ihren weit überkragenden Panoramaterrassen von Statikern berechnen zu lassen und viel zu wenig Stahl für die Betonteile verordnete. Wright war ein Visionär, der von seinen Klienten "absolutes Vertrauen" erwartete. Falls sie sich daraufhin zurückzogen, war es ihm auch recht: "Er brauchte Feinde, um seine Fehler auf sie abzuwälzen", seufzte sein Schüler Edgar Tafel. "Er selber war nie schuld an irgendetwas. " (cab. )Frank Lloyd Wright - ein fotografisches Porträt bis zum 28. April im Willy-Brandt-Haus (Stresemannstraße 28, Tel. 25 99 37 87); geöffnet jeweils Di-So von 12-18 Uhr.Informationen zur Ausstellung: www. kultur-unterm-schirm. de