Rom - Wie die Kirche künftig mit homosexuellen Paaren, mit ohne Trauschein zusammen Lebenden und wiederverheirateten Geschiedenen umgehen will, dazu hat die in Rom tagende Weltbischofssynode noch keine konkreten Vorschläge gemacht. Aber eines ist nach der ersten Beratungswoche klar: Der Wille, solche Lebensformen nicht zu verurteilen, sondern mit einem positiveren Blick zu betrachten, ist bei der Mehrzahl der Bischöfe und Kardinäle aus aller Welt stark. „In der Synode klang klar die Notwendigkeit für mutige seelsorgerische Entscheidungen an“, heißt es in einem am Montag veröffentlichten Zwischenbericht des ungarischen Kardinals Peter Erdö.

Zwar müsse die Kirche weiterhin deutlich das Ideal der christlichen Ehe propagieren. Aber auch in zivil geschlossenen Ehen und in außerehelichen Gemeinschaften fänden sich „authentische familiäre Werte oder zumindest der Wunsch danach“. Das müsse Ausgangspunkt für eine neue Sensibilität in der Seelsorge sein.

Würde und Rechte für gleichgeschlechtliche Paare

Auch bei homosexuellen Paaren gebe es Fälle, in denen sich die Partner gegenseitig aufopfernd unterstützten. „Homosexuelle haben der christlichen Gemeinschaft Gaben und Qualitäten zu bieten“, heißt es im Bericht sogar. Zwar könnten homosexuelle Beziehungen nicht der Ehe zwischen Mann und Frau gleichgestellt werden, betonte der italienische Erzbischof und Synodensekretär Bruno Forte. Das heiße aber nicht, dass man nicht auch Wege suchen müsse, gleichgeschlechtlichen Paaren Würde und gewisse Rechte zuzusprechen.

Der Umgang mit Katholiken, die geschieden wurden und die erneut geheiratet haben, wurde in der ersten Synodenwoche intensiv diskutiert.  Im Zwischenbericht steht, es müsse vor allem der Schmerz der Betroffenen nach Trennung und Scheidung respektiert werden. „Sich um sie zu kümmern, bedeutet für die christliche Gemeinschaft keine Schwächung ihres Glaubens und der Unauflöslichkeit der Ehe.“ Einige Synodenteilnehmer hätten vorgeschlagen, die Annullierung kirchlicher Ehen zu erleichtern. Andere seien dafür, dass wiederverheiratete Geschiedene nach einer Zeit der Buße wieder zur Kommunion zugelassen werden. Dazu müssten die Betroffenen ihre persönliche Schuld am Scheitern der Ehe erkennen, erläuterte Kardinal Erdö.

Die Synode endet am Sonntag mit der Seligsprechung von Papst Paul VI. Zum Abschluss werden die Teilnehmer ein gemeinsames Dokument veröffentlichen.