Schon am ersten Arbeitstag machte er sich unbeliebt. Felix Magath, neuer Cheftrainer beim Fußball-Bundesligaklub HSV, bat um 9 Uhr zum ersten Training und holte die Herren Profis damit eine Stunde früher aus den Federn als bis dato üblich.Die Entlassung von Benno Möhlmann und die Inthronisierung von Magath waren die erste Amtshandlungen des neuen HSV-Präsidenten Uwe Seeler. Er soll den krisengeschüttelten Traditionsklub nach monatelangen Querelen wieder in solide Bahnen führen.Der 43malige Nationalspieler Magath weiß, daß er nur "auf Bewährung" arbeitet. "Das ist nicht die Endlösung",hatte Uwe Seeler angekündigt. Trotzdem hat Magath die Chance wahrgenommen. Er hat nie einen Hehl daraus gemacht, daß er den Chefposten bei einem Bundesligisten anstrebt. Und sich sogar schon eine Woche vor der Möhlmann-Entlassung als möglicher Nachfolger selbst angeboten.Als Fußballer von den verstorbenen HSV-Meistertrainern Branko Zebec und Ernst Happel geprägt, will Magath zum Offensiv-Fußball Happelscher Prägung zurückkehren. "Unter ihm hat der HSV den schönsten Fußball gespielt." Gleichzeitig weiß er auch: "Nur der Erfolg zählt. Wenn wir gewinnen, kann ich vielleicht ein bißchen länger bleiben."Magath, der im Europacup-Finale gegen Juventus Turin das "Goldene Tor" für den HSV erzielte, machte 1988 die A-Lizenz. Nach mehr oder weniger erfolgreichen Gastspielen als Manager beim HSV (1986 bis '88) und in Uerdingen ('90 bis '92) war er beim FC Bremerhaven als Trainer in der vierten Liga tätig, ehe er 1993 beim HSV als Regionalliga-und Assistenztrainer einstieg.Der ehemalige HSV-Regisseur wird bei vielen Spielern einen schweren Start haben. Die Mannschaft stand bis zuletzt hinter Möhlmann, Freude über den neuen Coach gab es nicht. Magath gilt als hart und kompromißlos, ist zudem ein Anhänger von intensiver Laufarbeit. Torwart Richard Golz drückt die Zurückhaltung der Profis am besten aus aus: "Wir warten mal ab, wie sich alles einspielt." +++