Ein Namensschild hat fast jeder an seiner Wohnung oder seinem Haus, das von Percy Adlon ist außergewöhnlich groß. Er entstammt der legendären Berliner Hoteliersfamilie und wohnt - wie er sagt: natürlich - im Adlon, wenn er in Berlin ist: "Das ist mein Berliner Zuhause." Hier steht sein Name in großen goldenen Buchstaben über der Tür, ist in jedes Handtuch eingestickt.Dieser Tage hat Percy Adlon mal wieder sein Haus in Kalifornien verlassen, um sich um ein Projekt zu kümmern, in dem viel Herzblut steckt. 17 Jahre nach dem internationalen Erfolg seines Films "Out of Rosenheim" versucht Adlon das Musical, das er gemeinsam mit seiner Frau Eleonore daraus gemacht hat, in Deutschland zum Laufen zu bringen. Wobei er gerade einen schweren Rückschlag einstecken musste: in Hamburg lief der Kartenverkauf derart schleppend, dass das dortige Gastspiel vorfristig abgebrochen werden musste. Percy Adlon glaubt inzwischen ziemlich genau zu wissen, woran es gelegen hat. Obwohl der Film mit Marianne Sägebrecht, dessen Geschichte das Musical aufnimmt, in Deutschland unter dem Titel "Out of Rosenheim" bekannt wurde, hatte man das Musical zunächst mit dem Namen "Bagdad Café" auf die Bühne gebracht. So heißt der Film im Rest der Welt - das deutsche Publikum stellte sich darunter allerdings eine völlig andere Geschichte vor und blieb weg. In Hamburg war nichts mehr zu retten, musste die Notbremse gezogen werden: "Da haben wir wahnsinnig daneben gegriffen. Wir mussten bitter dafür bezahlen."Nun soll es vom 25. bis zum 30. Oktober einen Neustart im Schiller Theater geben. Percy Adlon weiß genau, dass er nach dem Hamburg-Desaster harte Überzeugungsarbeit leisten muss. Und so zeigt er Gesprächspartnern dieser Tage gern auf dem Bildschirm seines transportablen Rechners, den er im Rucksack herumträgt, Ausschnitte aus seinem Musical. Dabei gerät er ins Schwärmen über seine Hauptdarstellerin Sissy Staudinger: "Sie ist unersetzlich, weil sie aussieht wie Marianne Sägebrecht, dazu aber auch noch singen kann."Nachdem das Musical 2004 schon in 25 Vorstellungen in Barcelona gezeigt wurde, kennt Percy Adlon dessen Wirkung: "Es hinterlässt immer fröhliche Leute." Und von der Kernzielgruppe hat er inzwischen auch eine ziemlich genaue Vorstellung: "Oft schauen sich das Frauen mit ihrer besten Freundin an." Er wünscht sich, dass es ihnen dermaßen gut gefällt, dass sie es sich später noch einmal mit ihrem Mann ansehen.Dass in dem Stoff über die bayerische Frau, die in der Fremde eine Freundin findet, das Potenzial für ein Musical steckt, ging Percy Adlon spätestens auf, als immer wieder Broadway-Produzenten bei ihm vorstellig wurden. Bei denen hätte er aber die Kontrolle darüber abgeben müssen, was aus seinem Stoff gemacht wird.So, wie es gelaufen ist, ist ihm das deutlich lieber. Er fand einen Finanzier in Frankreich, entwickelte das Stück gemeinsam mit seiner Frau und dem Komponisten Bob Telson. "Jetzt kommt das Musical wie der Film aus Europa." Was ihm besonders wichtig war: "Die Geschichte ist die Geschichte geblieben. Hier musste nichts mit irgendwelchen Tanznummern aufgepeppt werden."------------------------------MultitalentFilme hat Percy Adlon seit seinem ersten Kurzfilm 1970 immer gedreht. Der bekannteste unter den mehr als 150 ist "Out of Rosenheim". Der Regisseur, Autor und Produzent erhielt Grimme-Preise, zwei Césars, Ernst-Lubitsch-Preis, bayerische und deutsche Filmpreise.Oper war Neuland, bis er 2002 an der Staatsoper Donizettis "Der Liebestrank" inszenierte.Musical versucht Adlon in Berlin mit "Out of Rosenheim" (Tickettelefon: 06 21-862 55 50).------------------------------Foto: Marianne Sägebrecht im Film "Out of Rosenheim"------------------------------Foto: Setzt nach einer Pleite in Hamburg jetzt große Hoffnungen auf das Publikum in Berlin: Filmregisseur und Musical-Autor Percy Adlon.