Riace - Wenn es Abend wird und die Hitze nachlässt, trifft sich auf dem Dorfplatz von Riace die Welt. Ein lauer Wind weht vom Ionischen Meer herauf, das unten in der Ferne blau leuchtet, hinter den Dächern der alten Steinhäuser und den ockerfarbenen Hügeln. Die Tische vor Alessios Bar und die Holzbänke an der Piazza füllen sich, weißhaarige alte Kalabresen sitzen neben Afrikanerinnen in bunten Gewändern mit Babys im Tragetuch, Kurden plaudern mit Albanern, Palästinenser mit Bangladeschern, Kinder verschiedener Hautfarben toben gemeinsam über den Platz. Man grüßt sich, nickt sich zu: „Ciao, Giuseppe“, „Buona sera, Osman“, „Abigail, wie geht es deinen Kleinen?“ „Hey Hamisa, alles klar?“

Wer einen Werbefilm für die Integration von Flüchtlingen drehen will, muss nach Riace kommen. Die Ortschaft in der süditalienischen Region Kalabrien ist ein Multikulti-Idyll. In der kleinen Grünanlage an der Piazza steht eine bunte afrikanische Skulptur, die den Titel „Speranza“ trägt, Hoffnung. Ein paar Schritte weiter zeigt ein Schild die Flaggen der mehr als 20 Nationen, aus denen die Menschen stammen, die hier mit den Einheimischen zusammenleben, von Afghanistan über Eritrea, Irak und Kamerun bis Serbien, Senegal und Togo. Am Ortseingang grüßt der Spruch: „Riace, Dorf des Willkommens“. Um den Ortsnamen sind Regenbogen-Farben gemalt.

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