Berlin - Ein Gipfel muss her! Nein, ein Krisengipfel sogar, der das Problem mit den Protesten gegen die Unterkunft für Asylbewerber in Hellersdorf lösen soll. Das fordert zumindest der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach. Als Begründung sagt er, er wolle das Thema nicht den Rechtspopulisten überlassen, was die Frage aufwirft, was denn die CDU mit dem Thema anfangen möchte. Bislang ist die Union nämlich nicht gerade dadurch aufgefallen, dass sie populistischen Versuchungen widerstanden hat, wenn es ums Asyl geht. Da reicht ein Blick auf jüngste Aussagen wie die des Innenministers Hans-Peter Friedrich, der den Anstieg der Asylanträge unlängst „alarmierend“ nannte oder Bosbach, der warnte, „die Grenze der Belastbarkeit“ sei erreicht.

Wer aber mit solchen Sprachbildern à la „das Boot ist voll“ arbeitet, der darf sich nicht wundern, dass er ein Glaubwürdigkeitsproblem in der Rolle des ehrlichen Maklers hat. Und um zu wissen, dass Gemeinschaftsunterkünfte keine gute Idee sind, braucht es keinen Gipfel. Experten fordern schon lange, dass Flüchtlinge dezentral in Wohnungen untergebracht werden sollen. Städte wie Leverkusen zeigen, dass alle Beteiligten davon profitieren. Wenn Bosbach jetzt ein geballtes Zusammenschließen von Bund, Ländern und Kommunen will, dann doch bitte schön, um deutlich zu machen, dass Flüchtlinge hier willkommen sind. Einen Krisengipfel braucht es dafür aber nicht.