Die Tomate ist das bei weitem beliebteste Gemüse der Deutschen. Der Tomatenkonsum ist in den letzten Jahren sogar gestiegen. Laut Statista essen wir ganze 31,3 Kilogramm Tomaten pro Jahr und pro Kopf (2019/2020).

Besonders beliebt sind die kleinen Cocktail- oder Snacktomaten. Ob die steigende Nachfrage eine Konsequenz des sich ändernden Essverhaltens der Deutschen ist, das ist ungewiss. Sicher ist, die Tomate ist in aller Munde. Und das quasi das ganze Jahr über. Dabei wissen wir: Die Saison dieser Nachtschattengewächse ist verhältnismäßig überschaubar und reicht von April bis in den Oktober hinein.

Von Mexiko nach Europa

Die perfektesten Tomaten finden wir im Sommer – dunkelrote Früchte, mit einer festen und glänzenden Haut, noch etwas staubige Erde daran. Der Duft ist betörend, man kann es kaum erwarten, in den süß-säuerlichen Paradeiser (so nennt man Tomaten in Österreich) zu beißen. Am besten ungekühlt, Raumtemperatur, direkt vom Markt! Das Spiel der Aromen und unterschiedlichen Konsistenzen macht die Tomate zum Hochgenuss. Und dieser hat wenig mit dem traurigen Alltag zu tun! Ich habe durchaus wahrgenommen, dass die Qualität der Supermarkt-Tomaten zugelegt hat (der Preis in der Inflation leider auch!), aber mit meinen Erwartungen an das Gemüse gibt es leider kaum Überschneidungen.

Der Ursprung der Tomate liegt in Süd- und Mittelamerika. Der Spanier Hernán Cortés war es wohl, der Anfang des 16. Jahrhunderts die Xītomatl, so der ursprüngliche Name, nach Europa brachte, nachdem er Mexiko erobert hatte. Die Pflanze diente anfänglich wohl nur zur Zier und war besonders beliebt beim spanischen Hochadel. Dieser unterhielt damals nicht selten große Betriebe auf Sizilien und rund um Neapel. Diese spielten wohl eine große Rolle bei der Verbreitung der Tomate in Italien.

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Außen perfekt, innen oft fad: Supermarkttomaten genügen selten einem hohen Qualitätsanspruch.

Beflügelt vom wissenschaftlichen Zeitgeist und überwältigt von der schieren Menge der eintreffenden Neuheiten aus Übersee, beschrieb der Mediziner und Botaniker Pietro Andrea Mattioli das Fruchtgemüse als erster genau. Er taufte sie „pomi d’oro“, was wohl darauf hinweist, dass die ersten Tomaten, die er sah, gelb waren. Und der Name verrät zudem, dass er bereits wusste, dass die Nachtschattengewächse zum Verzehr geeignet waren, denn er nannten sie ja „Goldäpfel“.

Nicht viel später interessierten sich schon die toskanischen Medici für die Tomaten als Speise. Und bereits 1658 schrieb Antonio Latini, Koch des spanischen Vizekönigs von Neapel, ein Kochbuch mit gleich drei Zubereitungsmöglichkeiten für Tomaten. Alle hatten neben den Tomaten eines gemeinsam: Sie fielen in die Kategorie „alla Spagnola“ und verwiesen somit auf die Spanier. Dieser Fakt ist in Italien natürlich unbeliebt, aber es entspricht nun einmal der Wahrheit. Und, ohne Zweifel: Die besten Tomaten kommen aus Italien, Basta! Und wo wir nun schon bei Rezepten waren, hier ein paar Ideen für die Zubereitung von Tomaten:

1.           Transparente Bloody Mary

Zutaten:

500g Tomaten (super schön, super reif, super geil!)

4 Stangen Sellerie

1 TL Worcestersoße

1 TL Tabasco

Saft einer Zitrone

Salz & Pfeffer

Wodka (Menge je nachdem, was Sie vorhaben)

1 Passier- oder sauberes Geschirrtuch

1 Schale

Etwas Bindfaden

Geben Sie alle Zutaten bis auf den Wodka in einen Mixer oder eine Küchenmaschine (ein Stabmixer geht auch, braucht aber länger) und verquirlen Sie alles zu einem gleichmäßigen Brei. Nun legen Sie die Schale mit dem Passiertuch aus und geben den Brei hinein. Mit dem Bindfaden verschließen Sie das Passiertuch nun wie einen Beutel. Hängen Sie den Beutel auf und stellen Sie die Schale darunter. Es fließt nun eine klare Flüssigkeit heraus. In ein Cocktailglas geben Sie nun Eiswürfel und etwas Wodka. Dann füllen Sie das Glas mit dem klaren Saft auf. Fertig!


2.           Tomatensalat (für 4 Personen)

Die Variante mit Essig, Öl und viel Zwiebel kennen wir alle. Abwandlungen gibt es ebenfalls viele. Hier meine:

4 vollreife Tomaten

4 Scheiben getoastetes Baguette

1 EL Kapern

2 Sardellenfilets

Olivenöl

Estragonessig

Senf

Salz, Pfeffer, Pimento de la Vera

Frischer Oregano

Frische Minze

Etwas Knoblauch

In einer Schale mischen Sie aus dem Olivenöl, dem Essig und dem Senf eine schnelle Vinaigrette. Dann hacken Sie die Sardellen, Kapern und Kräuter fein und geben diese dazu. Die Tomaten schneiden Sie in mundgerechte, nicht zu grobe Schiffchen, und geben sie ebenfalls dazu. Dann würzen und gut durchmischen. Dann reiben Sie das getoastete Baguette mit Knoblauch ab, schneiden Croutons daraus und geben diese auf den Salat. Die Croutons sollen kross bleiben, also schnell servieren.


3.           Gelbe Tomaten-Fenchel Pastasoße

Zutaten (für 4 Portionen Pasta)

300g gelbe Cherrytomaten

1 kleine Gemüsezwiebel

1 kleiner Fenchel

½ Glas Weißwein

Olivenöl

Salz & Pfeffer

500g Pasta (ich empfehle Linguine)

Halbieren Sie die Cherrytomaten, schneiden Sie kleine feine Würfel aus der Zwiebel und dem Fenchel. Das Fenchelkraut hacken Sie separat, damit garnieren Sie später.

Die Pasta garen Sie am Ende wieder in der Pfanne in der Sauce (Link zu Pasta Artikel).

Für die Sauce erhitzen Sie Olivenöl in einer Pfanne und schwitzen darin die Zwiebeln und den Fenchel an, ohne dass diese dabei Farbe bekommen. Nach circa fünf Minuten geben Sie die Tomaten und den Wein dazu. Nun lassen Sie alles zu einer S0ße einköcheln. Am Ende schmecken Sie mit Salz und Pfeffer ab. Dann kommen die Pasta und das Fenchelkraut dazu. Alles gut durchschwenken und mit viel kaltem Weißwein servieren. So einfach ist das! Wer mag, kann noch eine Dose Sardinen dazu geben, das passt ungemein gut.