Berlin - Thailändisch, chinesisch und vietnamesisch haben Sie in Berlin natürlich schon unzählige Male gegessen. Aber haben Sie schon einmal indonesisch probiert? Bei Mabuhay am Mendelssohn-Bartholdy-Park unweit des Potsdamer Platzes gibt es authentische Hausmannskost aus dem Inselstaat in Südostasien. Wir haben für Sie ein paar Klassiker getestet.

Das Restaurant Mabuhay übersieht man leicht. Wenn man nicht weiß, wo es liegt, stößt man nicht auf das minimalistische, aber charmante Lokal in einem Hinterhof des Tiergartenviertels. Es ist fast, als würde der Wirt versuchen, den Laden zu verstecken oder als Imbiss zu tarnen. Trotzdem sitzen an warmen Abenden viele Gäste bis tief in den Hof hinein auf Holzbänken und knabbern die klassische leichte Vorspeise aus Indonesien: weiße Krabbenchips, die knistern, wenn man sie in heiße Suppe tunkt.

Conradi
Krabbenchips sind indonesische Cracker aus gemahlenen Shrimps.

Da es bei unserem Besuch allerdings regnet, setzen wir uns hinein. Wir bestellen Gado Gado (gedünstetes Gemüse mit Erdnusssoße, Reis, Tofu und Spiegelei) und Rendang, eine Art Gulasch aus Rindfleisch in Currysoße. Beide Gerichte sind bezeichnend für die indonesische Küche, die deutlich deftiger schmeckt als die meisten anderen aus dem asiatischen Raum und ein wenig an die arabische Küche erinnert.

Das leicht scharfe Rindfleischgericht Rendang wird mit einer großzügigen Portion Reis serviert und macht sehr satt. Dazu gibt es einen kleinen Salat. Der Geschmack des Gerichts ist überzeugend, vor allem die Currysoße  ist sehr gut und eignet sich ebenfalls zum Eintunken der Krabbenchips. Einzige Kritik: Das Fleisch ist eine Spur zu zäh. Gado Gado, das gedünstete Gemüse, schwimmt beinahe in einer schmackhaften Erdnusssoße. Der gedünstete Kohl (mit Kohl kann man mich normalerweise jagen) schmeckt sehr fein und ist perfekt zubereitet, gerade noch bissfest. Ich wusste nicht, dass dieses Gemüse so gut schmecken kann.

Conradi
Gado Gado: gedünstetes Gemüse in Erdnusssoße.

Indonesische Hühnersuppe: scharf und erfrischend

Um die deftigeren Gerichte ein wenig abzurunden, bestellten wir Soto Ayam, eine feine Hühnersuppe mit Glasnudeln, Kurkuma, Tomaten und Zitronengras. Die Suppe ist sehr scharf, würzig und schmeckt trotzdem erfrischend zitronig. Ein echtes Geschmackserlebnis. Am besten genießt man das äußerst geschmacksintensive Gericht mit einer Portion Reis, die man zu fast allen Speisen des Hauses serviert bekommt. Wenn Sie hier essen, sollten Sie unbedingt diese Suppe probieren. Das extrem zarte Huhn darin schmeckt in Kombination mit der frischen Schärfe wirklich unglaublich.

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Soto Ayam, indonesische Hühnersuppe. Unser Favorit!

Zum Essen schlürft man hier kalten Teh Botol. Der gesüßte Jasmintee ist eine Art indonesisches Nationalgetränk. Achtung: Sehr süß! Auch erfrischend und nicht von ganz so krasser Süße ist die „kalte Limette“, ein milchig-zitroniger Eistee, der angenehm erfrischt und dadurch gut zu den deftigen Speisen passt.

Bei Mabuhay schmeckt es so, wie es in Indonesien schmeckt. Die unverfälschte Küche überzeugt genauso wie die Preise: Die meisten Hauptgerichte kosten um die acht Euro. Die Softdrinks und Mineralwasser nur 1,50 €. Das sieht man in Restaurants in Deutschland selten bis gar nicht mehr. Deswegen und wegen der mit Herz zubereiteten Speisen ist Mabuhay etwas Besonderes und mehr als nur einen Besuch wert. Sie werden wiederkommen wollen.

Bewertung: 3 von 5 Punkten!