Katerfrühstück: Hier kommen die besten Tipps und Rezepte für den ersten Kater des Jahres 2023

Sie sind gut ins neue Jahr gerutscht. Doch jetzt brummt der Kopf? Anthony Bourdain halfen Joint, Aspirin, Coca-Cola und Szechuan-Nudeln. Wir haben die beste Hangover Cure für Sie.

Die Silvesternacht war für Sie der letzte Exzess vor dem <em>Dry January</em>? Im neuen Jahr wird alles anders und wir noch gesünder. Doch vorher braucht’s eine Aspirin und ein solides Katerfrühstück.
Die Silvesternacht war für Sie der letzte Exzess vor dem Dry January? Im neuen Jahr wird alles anders und wir noch gesünder. Doch vorher braucht’s eine Aspirin und ein solides Katerfrühstück.imago

Die Feiertage sind schon eine ziemlich anstrengende Sache. Teilweise ist das Ganze auch recht nervtötend. Die bucklige Verwandtschaft. Die Schwiegermutter. Und dann startet man ja auch schon völlig versoffen an Heiligabend. Wer kennt das nicht, diese Woche vor Weihnachten: Die Luft ist in der Arbeit schon lange raus, und abends wird immer irgendwo getrunken.

Und über die Feiertage nimmt es kein Ende, da wird gekocht und sich besucht, Bussi hier und Bussi da, die nächste Flasche Champagner wird geöffnet. Noch ein Stück Stollen? Ja, gern. Einen Aquavit? Na gut. Blöde Geschenke, enttäuschte Gesichter, genervte Partner und störende Verwandte. Oh Gott, Weihnachten kann so schön und auch so ätzend sein. Jahr um Jahr ist es immer wieder der reinste Marathon.

Jede Woche schreibt unser Koch Felix Hanika für uns die Rezepte der Stunde auf.
Jede Woche schreibt unser Koch Felix Hanika für uns die Rezepte der Stunde auf.Cachete Jack für Berliner Zeitung

Da fließt der Alkohol dann in Strömen, es sind ja schließlich Feiertage, und gut gebrauchen kann man einen kleinen Rausch auch schon, denn so kommt man entspannter durch diese kurze und besinnliche Zeit. Und jetzt heißt es, noch ein letztes Mal stark sein und ein letztes mal die Sektkorken knallen lassen und alles achtlos in sich reinzuschütten. Ehe dann im Januar dann für die calvinistischen Spießer unter uns der Dry January und für uns normale Menschen die Saure-Gurken-Zeit beginnt. Dann heißt es Gemüse, Obst und vielleicht mal wieder etwas Sport.

Aber bis Sie wieder klar sind, brauchen Sie noch etwas, damit Ihr neujährlicher Jahrhundert-Kater gerade noch so auszuhalten ist. Es gibt Menschen, deren Patentrezept ist es, einfach weiterzutrinken. Drei Bier am ersten Abend, am nächsten dann zwei und so weiter. „Abschichten“ nennt man diese (Alkoholiker-)Variante in meinem Freundeskreis.

Der Mann ist eine Legende: Koch, TV-Star und Küchen-Philosoph Anthony Bourdain beim Katerfrühstück (?).
Der Mann ist eine Legende: Koch, TV-Star und Küchen-Philosoph Anthony Bourdain beim Katerfrühstück (?).Imago

Katerfrühstück nach Anthony Bourdain

In Kochbüchern aus den 70er-Jahren wird so ein „Katerfrühstück“ ganz ungeniert empfohlen: „Servieren Sie das Bier wirklich gut gekühlt und halten Sie klaren, eiskalten Schnaps in Reserve. Denken Sie daran, dass gerade verkaterte Gäste nicht nur großen Durst, sondern oft besonders großen Appetit entwickeln.“

Wir wollen Ihnen so was nicht empfehlen. Obwohl uns ja inzwischen sogar der sonst so humorlose Karl Lauterbach („Senza sale“) empfiehlt, täglich Rotwein oder Bier zu trinken. Sein Katermittel Nummer eins ist allerdings für Amateure: „Auch wenn es dazu keine Studien gibt, zeigt meine Erfahrung: Ein doppelter Espresso zum Ende der Party macht einen Unterschied“, sagte er. Daneben empfiehlt er zur Vermeidung der Kopfschmerzen am nächsten Tag: „genug essen und viel Wasser trinken“.

Wir halten uns lieber an den Plan des – leider viel zu früh verstorbenen – genialen Kochs und Moderators Anthony Bourdain. Für ihn helfe nichts besser gegen Kater als Aspirin, kalte Coca-Cola, einen Joint rauchen und scharfe chinesische Szechuan-Küche zu essen. „Works every time“, sagte Bourdain dazu stolz. Und wir finden, da hat er recht. Hier kommen also unsere besten Katerrezepte, inspiriert vom einzigartigen Anthony Bourdain:

Eine Pfanne scharfe Szechuan-Nudeln sind für jeden Kater das Richtige. Die besten in Berlin gibt’s bei Chungking-Noodles in Kreuzberg.
Eine Pfanne scharfe Szechuan-Nudeln sind für jeden Kater das Richtige. Die besten in Berlin gibt’s bei Chungking-Noodles in Kreuzberg.Bastian Thiery

Scharfe Udon-Nudeln

Ich liebe diese scharfen Asiashop-Nudeln, die so dick sind wie Wattwürmer. Sie sind nahrhaft und gleichzeitig wirklich lecker. Meine Variante ist schön scharf und knusprig. Ein Tipp vorweg: Die meisten Menschen suchen diese Nudeln im Trockenregal bei den anderen Teigwaren. Dabei findet man sie meistens in der Tiefkühltruhe, bereits gegart, und muss sie nur noch aufkochen und zu den restlichen Zutaten in die Pfanne geben. Einfacher geht’s nicht.

Zutaten (für 2 Person): 1 Nest Udon-Nudeln (TK), 1 Schalotte, 1 kleine Karotte, 1 Frühlingslauch, 1 Handvoll Shiitake-Pilze (oder Austernpilze), Szechuan-Pfeffer, 2 EL „Lao Gan Ma“-Chili-Crunch (auch im Asia-Shop), Salz, geröstetes Sesamöl (oder Pflanzenöl).

Zubereitung: Dieses Rezept geht blitzschnell. Sie kochen Salzwasser und geben die Nudeln hinein. Dann schneiden Sie alles Gemüse in lange, dünne Streifen (Julienne), braten diese gemeinsam in einer Pfanne mit Öl kräftig an. Sind die Nudeln fertig, geben Sie diese mit in die Pfanne, dann zwei Löffel Chili-Crunch dazu und gut durchschwenken. Mit Salz und mit einer ordentlichen Prise Szechuanpfeffer abschmecken. Fertig. Works (almost) every time.

Tipp: Wollen Sie zu Hause selber mal ein Szechuanpfeffer-Chili-Öl machen? Dann schauen Sie sich dieses Rezept an. Das Öl passt zu vielem: als Soße für ein schönes Entrecote-Steak oder als Zugabe für ein Salatdressing. Probieren Sie es aus!

Und falls Sie keine Lust haben zu kochen, dann gehen Sie einfach zu Chungking-Noodles in Kreuzberg in der Reichenbachstraße. Dort gibt es die besten scharfen China-Nudeln der Hauptstadt. Wir geben volle Punktzahl!

Scharfe Shakshuka auf Thai-Art

Vor ein paar Jahren bin ich mal an Weihnachten vor der Großfamilie nach Thailand geflohen. So ersparte ich mir die neuen Fettpolster der Feiertage. Silvester habe ich es dann aber doch richtig krachen lassen. Ich war mit einer wilden Truppe Gleichgesinnter quer durch Bangkok unterwegs. Beim Feiern haben wir wirklich keine Gefangenen gemacht. Nach vier Tagen Feiermarathon war ich ziemlich gerädert. Gerettet hat mich ein Laden, der Shakshuka Thai-Style servierte. Wie genau dieses Gericht entstand, kann ich nicht sagen, aber die Aromen waren bekannt und der überscharfe Teller weckte die Lebensgeister wieder. Hier meine Variante:

Zutaten (für 2 Personen): 4 Eier, 1 kleine Dose Datteltomaten, 1 großer EL rote Thaicurrypaste, 50 ml Kokosmilch, 2 kleine scharfe Peperoni, 1 daumengroßes Stück Ingwer, 1 Schalotte, 1 Zehe Knoblauch, 1 EL Sesam, frischer Koriander (nach Geschmack), Salz und etwas neutrales Pflanzenöl.

Zubereitung: Schneiden Sie die Schalotte, den Ingwer, die Peperoni und den Knoblauch in kleine Würfel und schwitzen Sie alles bei mittlerer Hitze in einer kleinen Pfanne an. Nach ca. 3 bis 4 Minuten geben Sie die Tomaten dazu, die Thaicurrypaste und die Kokosmilch. Drehen Sie die Hitze auf und lassen Sie alles gut 3 bis 4 Minuten kochen, dabei gelegentlich umrühren. Dann schlagen Sie die Eier rein. Die Eier sollen in dem Sud pochiert werden, also nicht mehr rühren und vorher mit einem Löffel kleine Mulden formen, in denen die Eier dann garen können.

Decken Sie die Pfanne mit einem Deckel ab und lassen Sie die Eier in dem Sud garen. Dabei soll alles nicht stark kochen, sondern maximal ganz leicht köcheln. Es dauert je nach Hitze und dem gewünschten Gargrad der Eier 5 bis 10 Minuten. In dieser Zeit waschen und hacken Sie den Koriander. Sind die Eier fertig, dann garnieren Sie mit dem gehackten Koriander und dem Sesam. Unter Umständen salzen Sie noch ein wenig; wer mag, gibt noch etwas frische Limette dazu. Ich esse dazu frisches Fladenbrot.

Fischbrötchen mit Matjes, Bismarckhering oder die gute alte Sardinenbüchse: Dosenfisch ist nicht nur gesund, sondern auch ein Alliierter im Kampf gegen Kopfschmerzen und Kater an Neujahr.
Fischbrötchen mit Matjes, Bismarckhering oder die gute alte Sardinenbüchse: Dosenfisch ist nicht nur gesund, sondern auch ein Alliierter im Kampf gegen Kopfschmerzen und Kater an Neujahr.Imago

Makrelen-Salat mit Zitrone, Fenchel und Staudensellerie

Mein Kollege Jesko zu Dohna liebt Dosenfisch. Für ihn gibt es nichts Praktischeres als Sardinen, Sardellen, Makrelen oder Thunfisch aus der Dose. Er hat davon eine ganze Sammlung und ist immer auf der Suche nach der besten Qualität zum besten Preis. Und er liebt Fisch gegen den Hangover. Am besten helfe ein schönes Fischbrötchen (Bismarckhering oder Matjes), aber auch eine warme Pasta mit Dosenfisch und Zitrone liebt er. Für uns hat er allerdings eine kalte Variante fürs Katerfrühstück:

Zutaten (für 2 Personen): 2 kleine Dosen hochwertige Makrelenfilets (oder Sardinen oder Thunfisch) in Olivenöl, 2 Stangen Staudensellerie, 1 halbe Knolle Fenchel, 1 Zitrone, Petersilie, Tabasco (oder Chili), Salz, Pfeffer, Olivenöl.

Zubereitung: Dieser kleine Salat passt perfekt zu einem getoasteten Brot und ist in wenigen Minuten gemacht. Sie öffnen die Dosen, gießen ein wenig Öl ab und zerkleinern die Makrelenfilets in einer Schüssel. Dann schneiden Sie den Fenchel in hauchdünne Scheiben (Mandoline!) und den Staudensellerie in feine Röllchen, hacken drei Stängel Petersilie und geben alles in die Schale.

Jetzt geben Sie den Saft einer ganzen und den Abrieb einer halben Zitrone dazu und würzen mit ordentlich Tabasco, Salz und Pfeffer. Noch ein Schuss gutes Olivenöl und schön durchrühren das Ganze. Guten Appetit und einen guten Start ins neue Jahr!

Haben Sie Fragen zu unseren Rezepten, Ideen und Wünsche für Geschichten oder einen Restauranttipp für uns? Dann schreiben Sie uns per E-Mail: briefe@berliner-zeitung.de

Felix Hanika: Koch aus Leidenschaft und Wahl-Mallorquiner, für den ein Pfund Butter sein Ein und Alles ist
Felix Hanika: Koch aus Leidenschaft und Wahl-Mallorquiner, für den ein Pfund Butter sein Ein und Alles istFelix Hanika

Felix Hanika war zunächst Investmentbanker, dann absolvierte er im Hotel & Restaurant Bareiss im Schwarzwald eine Kochlehre. Acht Jahre lang kochte er in den besten Restaurants der Welt. In der Wochenendausgabe der Berliner Zeitung veröffentlicht er regelmäßig seine Lieblingsrezepte.