Kennen Sie das? Sie hatten einen anstrengenden Arbeitstag, keine Lust mehr auf Berlin und wollen sich einfach wegbeamen? Am besten auf eine kleine Piazza in Rom oder vor ein Bistro in die Ardèche? Tja, mir geht es oft so, aber ich habe Glück, ich habe meinen „Happy Place“ gefunden: das Ripieno in Kreuzberg.

Wie sich einige erinnern können, habe ich diesen kleinen, schmucken Italiener in einer Seitenstraße in Berlin-Kreuzberg (Nähe Viktoriapark) bereits vor einiger Zeit empfohlen, aber ich denke, ich muss meinen Tipp aktualisieren. Denn das Ripieno sieht jetzt nicht nur von innen wie ein typisch italienisches Mini-Restaurant aus, in dem Mama kocht und das so spartanisch und gemütlich eingerichtet ist, dass man gar nicht mehr weg will.

Nein, auch die Außengestaltung kann sich jetzt wirklich sehen lassen. Denn während der Frühlingsmonate hat der freundliche Besitzer ein paar Parkplatzbuchten vor dem Ripieno freigeräumt, einen Zaun drumherum gebaut, Tische und Stühle aufgebaut und bedient jetzt seine Gäste so, wie man es auch auf Plätzen in kleinen niedlichen Hippie-Dörfern in Zentral- oder Nord-Italien kennt: mit einem breiten Lächeln auf dem Gesicht, mit sehr gutem Essen in der einen und super Hauswein in der anderen Hand – und so viel Wärme im Herzen, dass man sich regelrecht geliebt fühlt. Danke!

Ja, und so komme ich nahezu jede Woche ins Ripieno und esse einen Teller ehrliche Pasta, um mir meine Laune zu verbessern, während zwischen Viktoriapark und Monumentenbrücke die Sonne untergeht. Im Grunde kann man alles auf der Speisekarte empfehlen. Die Speisen sind hausgemacht, die Besitzerin des Restaurants steht hinten in der Küche und bereitet die Gerichte mit viel Leidenschaft zu. Klar, keine Sterneküche, eher etwas für den Alltag, aber gerade deshalb so authentisch.

Sehr gut sind übrigens auch die Ravioli

Mein Favorit sind nach wie vor die Tagliatelle mit Pilzen, Salsiccia und Trüffeln. Aber auch die Parpardelle mit Bolognese und Fleischbällchen sind großartig. Habe ich schon erwähnt, dass alle Pasta-Gerichte nur 8,50 Euro kosten? Manchmal frage ich mich, wie die Besitzer das hinbekommen, so günstig und so gut zu kochen. Ich kann nur schätzen, dass es an einer italo-sozialistisch geprägten Erziehung liegt, die das Wohl der Familie ins Zentrum stellt. Und damit ist in diesem Fall das Wohl der Menschen im Kiez am Viktoriapark gemeint.

Sehr gut sind übrigens auch die Ravioli und die verschiedenen Variationen der Pinsa, eine Art römische Mini-Pizza, die herzhaft belegt wird. Ach! Setzen Sie sich an einem lauen Sommerabend vor das Ripieno und fühlen Sie sich wie in Italien. Sie werden es lieben! Und ganz wichtig: Probieren Sie am Ende die selbstgemachten Kuchen mit einem Espresso zum Schluss. Großartig!

Ripieno, Monumentenstraße 21, 10965 Berlin, täglich, außer mittwochs, 11:30 bis 21:30 Uhr.

Wertung: 5 von 5 Punkten

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