Knapp drei Wochen vor der Abgeordnetenhauswahl am 18. September verlieren fast alle Parteien an Zuspruch. Die FDP bleibt stabil und könnte knapp den Wiedereinzug ins Parlament schaffen.

Zulegen kann die AfD. Zehn Prozent der Berliner würden den Rechtspopulisten inzwischen ihre Stimme geben, wenn an diesem Sonntag gewählt würde. Zu diesem Ergebnis gelangt das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Berliner Zeitung. Damit verbessert sich die AfD um zwei Prozentpunkte im Vergleich zum Vormonat. Ein weiterer Zuwachs ist nicht unwahrscheinlich. So könnten sich fünf Prozent der Befragten, die derzeit nicht die AfD wählen wollen, vorstellen, dieser Partei doch noch ihre Stimme zu geben.

Demgegenüber sinkt die Zustimmung zu den etablierten Parteien. SPD, CDU und Grüne verlieren.

Damit reicht es derzeit nicht für eine rot-grüne Koalition, für die sich der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Grünen-Spitzenkandidatin Ramona Pop ausgesprochen haben. Wollen SPD und Grüne regieren, brauchen sie einen dritten Partner.

In der Umfrage geben nur 57 Prozent der Berliner an, ihre Wahlentscheidung sei schon ziemlich sicher, 34 Prozent haben sich noch nicht festgelegt. Dabei zeigen sich zwischen den Anhängern der einzelnen Parteien große Unterschiede. 88 Prozent der AfD-Anhänger geben an, sie seien schon entschieden, was auf eine hohe Mobilisierung hinweist. Dagegen haben nur 55 Prozent der SPD-Anhänger ihre Wahl bereits getroffen.

Knapp 60 Prozent der Befragten gehen davon aus, die AfD werde wie andere rechte Gruppierungen wieder aus dem Parteiensystem verschwinden. Dass die AfD nur eine vorübergehende Erscheinung ist, glauben auch 30 Prozent ihrer eigenen Anhänger.

Auch die Bezirksverordnetenversammlungen werden am 18. September neu gewählt. Die Situation in den Stadtbezirken und die wichtigsten Akteure stellen wir in einer Serie vor. Teil eins: Charlottenburg-Wilmersdorf.

Für die Bundestagswahl 2017 stecken derzeit die Parteien ihre Positionen ab: Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) ging im ZDF auf Distanz zur Flüchtlingspolitik von Angela Merkel. Die Kanzlerin verwies in der ARD darauf, dass Union und SPD „alles gemeinsam beschlossen“ hätten. Grünenchef Cem Özdemir machte im Gespräch mit der Berliner Zeitung klar: Die Grünen wollen mitregieren.