"Davlds Marktwirtschaft" heißt eine lebensgroße Menschengestalt von Paul Relmert, die aus vielen kleinen, bunten Keramik- und Porzellanstückchen zusammenbaut ist. Sie ist eine von 2 100 Arbeiten, die auf der diesjährigen, der 24. Freien Berliner Kunstausstellung (FBK) bestaunt werden kann. Vom 3. Aprll bis 1. Mal zeigen 76 Berliner Kunstlergruppen und Einzelaussteller ihre Werke In den Messehallen am Funkturm. Auf 8 000 Quadratmetern Äusstellungsfläche präsentiert sich ein buntel Querschnitt durch die Kunstszene der Stadt. Damit kann die FBK als aktuellste Kunstschau Berlins gelten.Und natürlich präsentiert die Aussteliung verschiedenste Techniken und Stilrichtungen und gibt Auskunft über die qualitativ sehr unterschiedlichen Leistungen der Künstler. Die immer wieder umstrittene Mischung aus Berufs- und Laienkünstlern macht Ihren besonderen Reiz aus. Die FBK gilt als Talenteschmiede. Und die Möglichkeit für Künstler, regelmäßig einmal im Jahr wenigstens ein Bild ihrer Wahl" Jury. frei zeigen zu können, erhält denn auch immer wieder regen Zuspruch.Trotz sehr guter Besucherzahlew (im letzten Jahr 30 000) machen die Sparbeschlüsse auch vor der FBK nicht halt. Die finanziellen Mittel in diesem Jahr sind sehr begrenzt. Von" Etat in Höhe von 710 000 Mark gehen allein 400 000 Mark für die Miete der Hallen an die Messe Berlin.Seit ihrer Gründung 1970 war die Existenz der FBK des öfteren gefährdet. Dabei reicht ihre Existenz auf eine bis in die Weimarer Republik zurückführende Berliner Tradition. Als Forum für junge Taiente ist sie unverzichtbar geworden. Doch auch bekannte und etablierte Künstler nutzen die Möglichkeit der Präsentatilon, wenngleich relativ selten. So 1 sind vier Stadtansichten der im letzten Jahr verstorbenen LouiseRösler zu sehen, die Mischtechnik "Eine Idee genügt, ein Leben ..." von Walter Stöhrer und Fred Thielers großformatiges "Von Rot durchkreuztes Blau".Familienfreundlich geht es auf der FBK zu. Der Nachwuchs kann im Kmderatelier unter Anleitung von Künstlern experimentieren. Eine Radierwerkstatt erklärt den Besuchern verschiedene grafische Techniken. Täglich um 15 Uhr findet ein "Kunstgespräch" statt. Führungen starten jeden Sonnabend um 11 Uhr.Erfreulich wäre es, wenn die Besucherrekorde der Vorjahre überboten würden, wäre dies doch der beste Beweis für die Notwendigkeit einer Freien Berliner Kunstaussteilung. Klaus Hosaens: Das Bergdorf Masca auf Teneriffa. Aquarell.